Rund 30.000 Menschen im Jahr suchen bei der Caritas Hilfe, weil sie durch das Netz der öffentlichen Hilfe fallen. Viele von ihnen haben wesentlich weniger zum Leben, als Mindestpensionisten zusteht (derzeit rund 8000 Schilling). Hauptgründe für die wachsende Verarmung auch unter jüngeren Menschen sind laut einer Studie der Caritas die Arbeitslosigkeit und die private Überschuldung. Bei der Präsentation der Untersuchung hat Caritas-Präsident Franz Küberl vor einer schleichenden Aushöhlung des Sozialstaates durch Sparmaßnahmen und Verschärfungen im Vollzug der Sozialverwaltung gewarnt. Konkret kritisierte Küberl, daß Leute, die auf Hilfe angewiesen sind, oft durch falsche Informationen, durch willkürliche Zuteilung und zu geringe Leistungssätze durch die Maschen eines Sozialnetzes fallen, das eigentlich für sie geknüpft wurde. Konkret forderte Küberl ein Recht auf eine Sozialhilfe, die nicht unter dem Existenzminimum (Mindestpension) liegt, und eine bundesweite Vereinheitlichung der Sozialhilfe.