Anläßlich der Diskussion um die Abtreibungspille Mifegyne forderte „Familienbischof“ Klaus Küng ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. Es gehe nicht an, daß Politiker und Ärzte, die die Abtreibungspille als Hilfe für die Frauen verkaufen wollten, „keinen Finger rühren, um Frauen und Familien das Ja zum Kind leichter zu machen und wirkliche Hilfe zu leisten“. Weder gebe es ein Karenzgeld für Studentinnen, noch würden die längst überfälligen flankierenden Maßnahmen gesetzt. Konkret forderte Küng: 1. eine Meldepflicht für abtreibende Kliniken und Arztpraxen, 2. eine anonyme Statistik über Motivation, soziale Umstände und Alter der abtreibenden Frauen, 3. Untersuchungen über Spätfolgen der Abtreibung, 4. die Trennung von beratendem und abtreibendem Arzt und die Einführung einer Bedenkzeit, 5. einen staatlichen Hilfsfonds für Schwangere in Not, 6. kostenlose therapeutische Hilfe bei psychischen Spätfolgen, 7. Verbot des Handels bzw. der Verwertung von Embryonen, 8. Bestrafung von Personen (Partner, Eltern, Arbeitgeber), die Druck auf Frauen ausüben, 9. gerichtsmedizinische Untersuchung bei Abtreibungen nach dem dritten Monat.