Was ist für Euch Ostern? „Eiersuchen“ kommt es von Maria und Barbara wie aus einem Mund. Und ernster meint Barbara: „Ostern – das heißt für mich Leben, auch über Ab-Sterben und Tod hinaus, wachwerden, hervor-brechen und aus-treiben – eben Frühling.“ „Ja, das ist es“, meint Maria. „Die Chance, wieder anzufangen, aufzustehen aus dem Winterschlaf des Dahinlebens. Innehalten und bewußtmachen: Was ist mir in meinem Leben wichtig? Lebe ich auch so? Oder lebe ich einfach in den Tag hinein?“
Um 4.44 Uhr morgens wird vor der Spitalskirche in Eferding das Osterfeuer entzündet. An die 150 Jugendliche aus dem ganzen Dekanat stehen um die Flammen, in denen Schuld und Versagen verbrannt werden und neues Leben entzündet wird.Für Maria Biermeier und Barbara Baumgartner ist die Osternachtsfeier der Dekanatsjugend etwas Besonderes. „Nein, um einen außerordentlichen ,Kick‘ geht es ihr dabei nicht“, meint Barbara. „Aber Ostern ist eben nicht irgend ein Fest, sondern das Fest unseres Glaubens. Und da ist es mir wichtig, daß ich das auch wirklich erfahren kann.“ Was es denn wirklich ausmacht, dieses „Besondere“? Die Antworten von Maria und Barbara kommen nachdenklich, so, als ob sie in sich hineinhorchen: „Es ist dieses Hineinfeiern von der Nacht in den dämmernden Morgen. Da spürt man so richtig das Evangelium, wie sich die Frauen aufmachten, um zum Grab zu gehen, in der Dunkelheit der Nacht und des Herzens. Es ist die Art des Feierns, in der wir uns als junge Menschen auszudrücken versuchen. Und es ist die Gemeinschaft der Gleichgesinnten. Das beginnt schon damit, wenn wir uns in der Pfarre halbverschlafen zur Abfahrt treffen und uns freuen, daß es die oder der auch geschafft hat, so bald aufzustehen. Dieses Gefühl von Gemeinschaft wird dann noch intensiver, wenn wir uns rund ums Osterfeuer versammeln – bekannte und neue Gesichter –, wenn wir miteinander feiern und zum Schluß miteinander ein bescheidenes Frühstück teilen. Ein Gefühl, das gut tut und weiterträgt, denn heute wirst du schon oft als Exot angesehen, wenn du sagst: Ich bin katholisch, gehe jeden Sonntag in die Kirche und glaube an Gott. Das geht soweit, daß dich Freunde fragen: Wenn du das tust, warum bist du dann Sonderpädagogin und nicht Religionslehrerin geworden oder warum studierst du dann nicht Theologie – so, als ob man nur noch als Kirchenprofi gläubig sein könnte.“Maria arbeitet im Vorbereitungsteam für die Osternacht mit: „Das ist eine große Herausforderung, weil wir uns immer wieder fragen, wie können wir die Lesungstexte, wie die Tauferneuerung so gestalten, daß sie aufhorchen lassen, daß sie uns hineinziehen in das immer neue Ereignis von Ostern. Es ist aber auch eine große Freude, Liturgie so zu feiern, daß sie ein Stück unseres jungen Lebens ist, ein Fest für alle Sinne.“ Zur Beginnzeit 4.44 Uhr meint Maria lachend: „Nein, das hat keinen tieferen Sinn, das ist bloß ein Gag, damit wir es uns leichter merken – oder vielleicht doch eine Art Kode unter Jugendlichen: Da mußt du hin.“Daß sie Ostern außerhalb ihrer Pfarre feiern, ist Maria und Barbara kein Problem. „Zur Sonntagsmesse sind wir ja schon wieder da“, meinen sie lachend. Und ernst: Ihnen sei die Treue zur eigenen Pfarre wichtig, so wie die Treue zum Sonntag. Es ist ihnen aber auch wichtig, sich Anregungen und Kraft von „außen“ zu holen, am besten gemeinsam mit einigen anderen aus der Pfarre. „Damit kannst du wieder ein Stück weitergehen.“