„Mama, können wir morgen in der Stadt eine Jean kaufen?“ fragt Markus seine Mutter. „Nein“, antwortet sie. „Morgen ist doch Karfreitag, da gehen wir nicht einkaufen“. Jetzt fällt es Markus auch wieder ein. Weil er aber wie viele Kinder mit der Reihenfolge der Festtage Pobleme hat, will er wissen: „Was feiern wir denn?“ „Am Karfreitag feiern Christen das Sterben Jesu am Kreuz“, erklärt die Mutter. „Was?“ Markus ist empört: „Das Sterben von Jesus kann man doch nicht feiern“, ruft er. Jetzt erst merkt die Mutter, daß ihre Formulierung wirklich unpassend ist. „Du hast recht“, erwidert sie. „Ich hätte besser sagen sollen: Wir denken am Karfreitag an den Tod Jesu.“ „Ich will überhaupt nicht daran denken“, murmelt Markus. „Ich will keinen Karfreitag. Ich will lieber gleich Ostern“. Nun erklärt Frau Helbig ihrem Sohn, daß dunkel und hell, Karfreitag und Ostern, Tod und Auferstehung zusammengehören, keines ohne das andere besteht. „Ich finde, es ist genauso wichtig, an Jesu Tod zu denken wie an seine Auferstehung zu glauben. Es sagt mir, daß Gott mich nie allein läßt“ meint sie. „In Jesus ist Gott ja Mensch geworden. Und er hat an allen menschlichen Freuden und Leiden teilgenommen. „Ach so!“ Jetzt hat Markus etwas begriffen. „Er hat also echt Ahnung von uns. Und wenn es mir schlechtgeht und ich mit ihm rede, dann weiß er, wovon ich spreche, nicht wahr?“ Die Mutter nickt. Und dann läßt er dich bestimmt nicht allein, versichert sie. „Das ist eigentlich toll, ganz toll“, findet Markus.Nach einer Geschichte in „Was macht der liebe Gott am Sonntag?“, Pattloch-Verlag.