Pax-Christi Österreich hat vor einer Eskalation der Gewalt in Jugoslawien gewarnt, und die Rückkehr humanitärer Hilfskräfte gefordert. Der „Terror aus der Luft“ schüre nur den Nationalismus.
Ausgabe: 1999/13, Pax-Christi, Nationalismus, Gewalt, Kosovo
30.03.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
„Bombenangriffe schaffen nur neues Leid“, heißt es in einer Stellungnahme des „Pax Christi“-Vizepräsidenten, Severin Renoldner, vom Mittwoch. Luftangriffe mit Marschflugkörpern oder Raketen würden „unschuldige Menschen zu Todesopfern machen“. Der Haß und Nationalismus in Serbien würden dadurch nicht geringer. Die Militäraktion des Westens nütze ungewollt dem Regime von Slobodan Milosevic und der falschen Politik. Mit der großen Flüchtlingsbewegung erreiche der serbische Nationalismus sein Ziel der ethnischen „Säuberung“ des Kosovo von Albanern. Pax Christi fordert zur Rückkehr der humanitären Hilfskräfte in den Kosovo auf. Mit ihrem Abmarsch sei nur „der Weg für sinnlose Gewalttaten freigegeben“ worden, die letzte Hoffnung für die Zivilbevölkerung geschwunden.
Große Bedenken gegen den Militärschlag äußerte auch die Konferenz der österreichischen Bischöfe. So wie der Vatikan sprachen auch sie von einer „Niederlage für die Menschlichkeit“ und warnten vor der Gefahr für den Frieden in Europa. „Daß die Eskalation der Gewalt im Kosovo nicht verhindert werden konnte, ist der erschütternde Beweis, daß die seit 1990 immer wieder von der Caritas und anderen Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen ausgesprochenen Warnungen unbeachtet geblieben sind“, heißt es in der Erklärung der österreichischen Bischöfe. Gleichzeitig rufen sie dazu auf, die Hilfsinitiativen der Caritas für die unschuldigen Opfer des Krieges zu unterstützen.