Schon in 412 oberösterreichischen Gemeinden können die Bewohner nicht mehr im eigenen Ort einkaufen. Das Problem trifft nicht nur die Lebensmittelhändler, die um die Existenz ringen, sondern auch jene, die nicht so mobil sind, um sich jederzeit mit Ware aus dem nächstgrößeren Ort versorgen zu können. Der oberösterreichische Lebensmittel-Einzelhandel hat in der Vorwoche die Ergebnisse seiner jüngsten Erhebung vorgelegt. 1971 Lebensmittelgeschäfte gibt es zur Zeit in Oberösterreich. Die Lebensmittelhändler wollen jetzt prüfen, ob sich in der einen oder anderen Gemeinde, in der es zur Zeit kein Geschäft gibt, nicht doch die Ansiedlung eines Geschäftes lohnen würde, kündigte der Gremialvorsteher KommR. Franz Winkler an. Nahversorger sichern Lebensqualität in einer Gemeinde, zeigt er sich überzeugt. Das Zusperren eines Geschäftes kann Auslöser einer Kettenreaktion sein, betont Winkler. Auch andere Händler und Betriebe ziehen dann leichter weg. Gefördert soll die Entwicklung von Zustelldiensten werden. Um ihre Ware an Mann und Frau zu bringen, wird man auch im Einzelhandel verstärkt auf das Internet setzen. Damit sich die Nahversorger entsprechend weiterentwickeln können, brauchen sie Voraussetzungen: Der derzeit ruinöse Preiskrieg unter den Großen des Marktes muß beendet werden. Verkauf unter dem Einstandspreis müsse grundsätzlich verboten werden. Den Vorschlag einer „Lenkungsabgabe“, wonach die großen an die kleinen Händler ein Prozent abliefern müßten, lehnt Winkler ab. „Diese Abgabe würde den Kaufmann völlig entmündigen“, er würde zum Nahversorgungsbeamten werden.