Am 7. April 1944 war der Linzer Priester Dr. Johann Gruber im Lager Gusen I nach tagelanger Folter vom Langerkommandanten persönlich hingerichtet worden. Am 29. Jänner 1999 wurde vom Landesgericht Linz das Urteil aufgehoben, das der Grund für die Lagerhaft Grubers war. Am 16. März hat nun die Parlamentsdirektion die Aufhebung dieses Urteils bestätigt. Dr. Gruber war nach Verleumdungen unmittelbar nach dem Anschluß verhaftet und in einem Schauprozeß 1938 zu drei Jahren schweren Kerker verurteilt worden. Nach einer Aufhebung des Urteils wurde er neuerlich wegen „Aufwiegelung“ und „Verbreitung falscher und beunruhigender Gerüchte“ verurteilt. Er kam nach Dachau, dann nach Mauthausen, schließlich ins Lager Gusen I. Dort entfaltete er eine beispiellose Hilfstätigkeit für die Mitgefangenen. Schließlich wurde ihm der Versuch, die Greuel zu dokumentieren, zum Verhängnis. Bei den Überlebenden gilt er als der „Engel in der Hölle von Gusen“. In Sankt Georgen an der Gusen hat die Plattform „Von der Vergangenheit in die Zukunft“ zusammen mit ehemaligen Gefangenen mehrer Länder Dr. Grubers Leben im KZ erforscht und in Erinnerung gerufen.