Auf die Tatsache, daß immer mehr Frauen aus den armen Regionen der Welt nach Österreich emigrieren und hier unter schlechten Bedingungen ihr Geld verdienen, weist einmal mehr das Linzer Zentrum MAIZ (Altstadt 2/3, Tel. 0732776070) hin. Bei einem Gespräch mit der brasilianischen Befreiungstheologin Ivone Gebara begann letzte Woche die Vorbereitung eines „Kreuzweges der Prostituierten“ im Jahr 2000 in Linz. Dabei wird es einerseits um die Situation betroffener Frauen, andererseits um die Rolle der (öffentlichen) Moral gehen. Viele Frauen aus Ländern des Südens leben unter unwürdigen Bedingungen, z. B. in illegalen Arbeitsverhältnissen, als Prostituierte im Sex-Gewerbe oder in Ehen mit Männern, die aus der Zwangslage Nutzen ziehen. Sie haben kaum Chancen auf eine gerechte Entlohung, ihr Leben ist verbunden mit sexueller Ausbeutung, Gewalt, Isolation und Abhängigkeit.