In einem Beitrag zur Festschrift „150 Jahre Bischofskonferenz“ hat Kardinal Franz König mehr Beachtung der Kollegialität der Bischöfe und weniger römischen Zentralismus gefordert. Die Bischöfe seien nicht „Gesandte des Papstes“ und nicht dazu da, „Instruktionen Roms“ auszuführen. Sie seien vielmehr in Verbindung mit dem Papst im Namen Christi „Zeugen und Lehrer des Glaubens“. Die heute übliche Praxis der kurialen Amtsausübung entspreche nicht diesem Bischofs-Bild des 2. Vatikanischen Konzils, betont König. Auch die nach dem Konzil eingeführten Bischofssynoden seien in ihrer Bedeutung als „Ausdruck der Mitsorge des Kollegiums der Bischöfe mit dem Papst“ immer mehr zurückgedrängt worden. Die römische Kurie hat diese Funktion der Mitentscheidung an sich gezogen, bedauert Kardinal König. Insgesamt sei ein Zentralismus und Dirigismus der Bürokratie zu registrieren, die nicht mit dem vom Konzil gewollten kollegialen Zusammenwirken von Bischöfen und Papst übereinstimmen.