Der Amstettner Betriebsseelsorger Franz Sieder ist Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung“. Wir sprachen mit ihm vor dem Hintergrund des Krieges in und um den Kosovo.
Spielt die Friedensbewegung überhaupt noch eine Rolle? Sie ist als Bewegung geschrumpft und hat momentan sicher nicht die Kapazität, Groß-Demonstrationen zu organisieren.
Was ist der Grund dafür? Seit dem Ende des Kalten Krieges (1989) ist in der Bevölkerung die Angst vor der atomaren Bedrohung kaum mehr vorhanden, auch wenn die Bedrohung nach wie vor gegeben ist. Ein zweiter Grund liegt in den geringen finanziellen Mitteln. Dies betrifft die österreichische und die kirchliche Friedensbewegung. So hat die Österreichische Bischofskonferenz das Budget für Pax Christi um 65% gekürzt!
Was kann vorrangig geschehen? Wir müssen die Friedensbewegungen im ehemaligen Jugoslawien stärken – unter den Serben, Kroaten und Albanern. Sie sind jene Kräfte, die zur Versöhnungsbildung beitragen können.