Der Bischof von Dili auf Osttimor und Friedensnobelpreisträger Carlos Ximenes Belo ist am Sonntag vorvergangener Woche einem Anschlag nur knapp entgangen. Proindonesische Milizen hatten das Auto des Bischofs mit Steinen und Eisenstangen angegriffen. Bischof Belo war auf der Rückreise von einem Trauergottesdienst in der Stadt Liquisa. Dort hatte eine bewaffnete paramilitärische Gruppe mit Unterstützung indonesischer Sicherheitskräfte ein Gotteshaus gestürmt, in das rund 1500 Menschen vor den Gewalttätigkeiten militanter Gegner einer Autonomie für Osttimor geflüchtet waren. Dabei sollen zwischen 25 und 50 Menschen getötet worden sein. Auf Osttimor gibt es seit längerem einen – auch gewaltsam ausgetragenen – Konflikt zwischen Gruppen, die für den Verbleib bei Indonesien sind, und Befürwortern der Unabhängigkeit. Nachdem die indonesische Regierung eine Volksabstimmung über eine weitgehende Autonomie angekündigt hatte, haben die Gewaltakte der proindonesischen Milizen und der Sicherheitskräfte einen neuen Höhepunkt erreicht. Bischof Belo forderte die UNO zum Einsatz einer Friedenstruppe auf Osttimor auf. Diese zeigte sich bislang taub.