In Kigali ist Bischof Augustin Misago vor der Päpstlichen Nuntiatur verhaftet worden. Die Justizbehörden werfen dem 56jährigen Bischof vor, er habe während des Völkermordes 1994 20 Mädchen, die in seinem Haus Schutz gesucht haben, an mordende Hutu-Milizen ausgeliefert. Der Vatikan verurteilte die Verhaftung scharf und sprach von einer tiefgreifenden Störung der Beziehungen. Radio Vatikan bezeichnete die Verhaftung Misagos als Racheakt der ruandesischen Regierung gegenüber der katholischen Kirche, die der regierenden Tutsi-Minderheit mehrheitlich kritisch gegenübersteht. Tatsache ist, daß auch katholische Priester in die Massaker verwickelt waren und daß bereits mehrere wegen Beteiligung am Völkermord verurteilt wurden.