Peter ist diesmal für die Bewirtung seiner Jungschargruppe der Metterschlinge verantwortlich. Jeder ist einmal für etwas verantwortlich: für ein Gebet, für ein Spiel, für eine Geschichte oder eben fürs Essen. Nur für die Bibelstelle ist immer Martin zuständig, der Gruppenleiter. „Der Peter macht’s aber vornehm“, sagt Sandra. „Heute gibt’s sogar Servietten! Und Tischkärtchen hat er geschrieben“, ergänzt Petra. „Nobel, nobel“, sagt Martin, der draufhin von Peter gleich drei Milchpakete in die Hände gedrückt bekommt – zum Heißmachen für den Kakao. Plötzlich schreit Christian am anderen Ende des Tisches. „Nein, nein! Ich will nicht neben Sandra sitzen.“ „Und ich nicht neben diesem Ungeheuer!“ meldet Sandra zurück. Blitzschnell versucht Chris die Tischkarten zu vertauschen. Aber er hat nicht mit den Luchsaugen von Peter gerechnet. „Kommt nicht in Frage“, ruft Peter. „Ich habe die Tischkärtchen in einer bestimmten Ordnung aufgestellt, und genauso bleiben sie auch! Wer herausfindet, warum sie so stehen, bekommt das erste Stück vom Oma-Kuchen. Aber erst müsst ihr das Rätsel lösen!“ „Nach der Größe vielleicht“, vermutet Conny. Aber er ist doch nicht größer als ich!“ „Nein, nach den Geburtstagen!“ sagt Chris. Dann dürfte ich aber nicht neben dir sitzen“, sagt Doris. „Ich hab im Dezember Geburtstag und du im März!“ Nachdenkliche Gesichter. Da sagt Karin zu Peter: „Also, ich weiß nicht ob es das ist, was du meinst, aber ich weiß nur, dass ich letztes Mal mit dir gestritten hab. Und jetzt steht mein Tischkärtchen neben deinem. Und Chris hat mit Sandra gestritten. Und die beiden Kärtchen stehen auch nebeneinander!“ „Volltreffer!“ ruft Martin. „Wir stritten darüber, wo es auf Jungscharlager hin gehen soll.“ Alle erinnern sich. „Aber“, sagt Peter, „zerstrittene Metterschlinge sind keine guten Metterschlinge.“ „Und deshalb hast du eine Versöhnungsparty vorbereitet?“ fragt Sandra „Dann werde ich nie wieder sagen, dass du ein fantasieloses Monster bist!“sagt Karin. „Und ich bin gern mit euch in der Gruppe“, ergänzt Peter. „Jetzt ist die Milch kalt geworden!“ sagt Martin. „Aber besser kalter Kakao als erkaltete Freundschaft!“
Nach einer Erzählung aus dem Erstkommunionbuch: „Fünf Brote und zwei Fische“ von Wolfgang Wagerer und Sonja Pfeisinger, Gabriel-Verlag.