Inländische Reaktionen und Aktionen zum Kosovo-Konflikt
Eine Meldungsauswahl
Ausgabe: 1999/17, Kosovo-Konflikt, Reaktionen
27.04.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Pax Christi Österreich, 15. April: Pax Christi fordert von der jugoslawischen Regierung ein sofortiges Ende der Deportationen und von der NATO einen Stop der Bombardierung
Die GRÜNEN, 21. April: Der Listenzweite auf der Liste der GRÜNEN OÖ. für die Nationalratswahlen, Boris Lerchthaler, legt seine Kandidatur und seinen Sitz im Landesvorstand zurück, weil er die Zustimmung zum NATO-Einsatz von Bundessprecher Van der Bellen und des Bundesvorstandes für einen Verrat an den friedenspolitischen Grundsätzen hält.
Friedenswerkstatt Linz, 21. April: Wer schweigt, wird mitverantwortlich. Ohne Mandat der Vereinten Nationen fliegen die Luftstreitkräfte der NATO seit 24. März Bombenagriffe gegen die Bundesrepublik Jugoslawien unter offenem Bruch des Völkerrechtes. Die Bombardements bringen keinerlei Hilfe für die leidende Bevölkerung im Kosovo. Im Gegenteil, der mit dem Bombardement verbundene Abzug der Hilfsorganisationen verschlimmert die Situation für die Menschen. Die Friedenswerkstatt fordert die sofortige Einstellung aller militärischen Operationen.
Caritas, 22. April: Im nächsten halben Jahr wird die Caritas Österreich im Rahmen von „Nachbar in Not“ Lebensmitteln im Wert von 31, 2 Millionen Schilling ins Österreicher-Camp bringen. Außerhalb von „Nachbar in Not“ wurden bis 23. April ebenfalls schon 22 Transporte für die Caritas Mazedonien zum lokalen Einkauf von Obst, Brot und Gemüse zusammengestellt.
„Menschen in Not“ (eine gemeinsame Aktion von Volkshilfe, Samariterbund und Kinderfreunde), 22. April: Der erste Lebensmitteltransport mit Volkshilfe-Boxen wird am 23. April nach Tirana gebracht. Schon am 22. April schickten die Basar GesmbH und die Volkshilfe Freistadt Textilien zu den Flüchtlingslagern.
SOS-Mitmensch Oberösterreich, 26. April: 5 Wochen nach dem Beginn der massenhaften Vertreibungen der Kosovo-Albaner konnte erst ein kleiner Teil jener 5.000 Flüchtlinge aus Mazedonien ausgeflogen werden, die in Österreich Aufnahme finden sollen. In Oberösterreich sind die ersten 162 von insgesamt 930 Flüchtlingen gelandet. Der nächste Flug ist für 4. Mai angesetzt. Wird dieses Tempo beibehalten, dann wird das oö. Flüchtlingskontingent erst in acht Wochen vollständig eingeflogen sein. Während die NATO mehr und mehr Luftraum für ihre militärischen Operationen in Anspruch nimmt, sitzen die humanitären Flüge am Boden fest. SOS-Mitmensch fordert daher eine humanitäre Initiative von Außenminister Schüssel, bei der NATO mehr Luftraum für das Ausfliegen der Flüchtlinge aus Mazedonien einzufordern.