Im Papierwarengeschäft kauft Fabian ein Heft. Noch im Geschäft schreibt er „Umfrage“ auf das Schildchen. „Nanu?“ sagt die Verkäuferin, „was wird denn das? Ein neues Fach für die Schule?“ „Nein, nur für mich. Ich will mir aufschreiben, was die Leute auf meine Fragen antworten.” „Aha, du machst Interviews. Und worüber?“ „Na, zum Beispiel über das Beten. Ich fange gleich bei ihnen an, ja? Wie oft am Tag beten Sie?“ „Um Himmels willen“, stöhnt die Verkäuferin. „Wie kommst du denn auf so eine Frage? Ich habe mir gedacht, es geht um Mülltrennen oder Spielplätze.” „Ich will aber mehr über das Beten wissen.“
„Ohgottohgottohgott, Kind, da frag doch lieber einen Pfarrer ...“ „Der kommt auch noch dran“, sagt Fabian. „Wenn er uns in der Gruppenstunde besucht.” „Ach, jetzt versteh ich“, sagt die Verkäuferin. „Du machst die Umfrage, weil du ein Erstkommunionkind bist. Also, dann schreib nur: Es ist gut, wenn der Mensch etwas hat, an das er sich halten kann, wenn er das braucht...” „Nein“, sagt Fabian. Ich will aber wissen, wie oft reden Sie mit Gott?“ „Ich? Also, ... nicht sehr oft. Ab und zu ein Vaterunser. So, das reicht wohl für die Umfrage!” „Danke“, sagt Fabian. „Aber sie reden doch mit Gott. Sie haben „Oh Gott, oh Gott, oh Gott gesagt.“ Die Verkäuferin lacht. „Mein Gott, das sagt man halt so“. „Vielleicht freut er sich trotzdem,“ meint Fabian. Als er die Tür schließt, sieht er die Verkäuferin nachdenklich hinter dem Ladentisch stehen.
(Nach einer Geschichte aus dem Buch „Fabian freut sich auf die Erstkommunion“, Patmos-Verlag).