Beim Künstlersonntag am 25. April – „Im Anfang das Wort“, – predigte Prof. DDr. Günter Rombold in der Linzer Ursulinenkirche über die gegensätzlichen Möglichkeiten menschlicher Rede. Eine Zusammenfassung daraus:Menschliches Wort ist immer in der Gefahr, von der Vernunft abzufallen oder gar bewußt den Sinn zu verdrehen. Wie oft in diesem Jahrhundert ist das Wort mißbraucht worden, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen? In ihrem großen Gedicht „Rede und Nachrede“ stellt Ingeborg Bachmann die andere Möglichkeit des Wortes dagegen:
„Wort sei von unsfreisinnig, deutlich, schön“.
‘Freisinnig’ muß das Wort sein, nicht von Angst diktiert und vom Schielen auf Einschaltziffern, denn nicht immer ist das gut, was die Menge hören will. ‘Deutlich’ muß es sein. Auf die Sache bezogen, muß es die Wirklichkeit deuten, ohne sie zurechtzubiegen: „Was wahr ist, streut nicht Sand in die Augen . . . “ ‘Schön’ muß das Wort sein, nicht hübsch und behübschend, sondern in einer Schönheit strahlend, die aus Dissonanzen erwächst, einer Schönheit, die größer ist als wir selbst.