Hildegard Goss-Mayr ruft auf, die öffentliche Meinung für gewaltfreie Methoden der Konfliktregelung zu gewinnen.
„Fordern wir einen Waffenstillstand ein, um zur Wiederaufnahme von Verhandlungen zu gelangen, die für alle Teile der Bevölkerung des Kosovo Gerechtigkeit und Schutz bietet“. Für diese Forderung warb Hildegard Goss -Mayr beim Friedensgebet am Sonntag, 2. Mai, im Linzer Dom. Rund 600 Gläubige verschiedener Konfessionen nahmen an dieser ökumenischen Gebetsstunde teil, darunter auch Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.Deutlich wurde beim Gebet, wie Menschen auf allen Seiten unter dem Krieg zu leiden haben. Dzemaili Dzevat aus Albanien erzählte von der Verfolgung im Kosovo, auch das Leid auf serbischer Seite wurde angesprochen. Severin Renoldner von Pax Christi sprach vom Krieg als einer Folge großer und tragischer Verstrickungen. „Wir haben kein Recht, die Ursachen nur bestimmten Leuten in die Schuhe zu schieben“. Repräsentanten der christlichen Konfessionen nahmen am Gebet teil: Bischof Maximilian Aichern für die katholische, Superintendent Hansjörg Eichmeyer für die evangelische Kirche. Pfarrer Dragan Micic war für die Serbisch-orthodoxe Kirche dabei, Pfarrer Klemens Haas für die Altkatholiken. Die Methodistenkirche war durch Pastor Lothar Pöll und Helene Bindl vertreten. Trauer, Wut und Ohnmacht über den Krieg gelte es hinzutragen vor Gott und die Macht der Begegnung dem Spaltpilz der Vertreibung entgegenzusetzen, betonte die Präsidentin der Katholischen Aktion Margit Hauft. Jesus hätte den Kampf um Frieden auf die Ebene des Gewissens verlegt, betonte Hildegard Goss-Mayr: „Halte die andere Wange hin bedeutet, das Gewissen des Gegners mit der Kraft der Wahrheit und Gerechtigkeit zu konfrontieren. Es gelte, gewaltfreien Methoden der Konfliktregelung eine Öffentlichkeit zu verschaffen. Initiativen in Schulen und in Pfarren wären notwendig, um Feindbilder abzubauen.
Forderung nach einem Friedensdienst-Gesetz Am Ende des Gottesdienstes luden Katholische Aktion und Pax Christi die Teilnehmer ein, sich an einer Postkartenaktion zu beteiligen. Bundesregierung und die Vorsitzenden der Parlamentsparteien werden demnach aufgefordert, Friedensdienste in Österreich auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen und besser zu fördern. Demnach sollten „Friedensdiener“ in Krisenregionen zum Einsatz kommen, um Minderheiten zu schützen und bei Konflikten zu schlichten.