Information und Diskussion: Diözese und Land luden zu Sinn-Enquete
Ausgabe: 1999/18, Jugend, Sinn
04.05.1999
- Isabella Ömer
Spaß, Familie und Marken- jeans: Jugendliche lassen sich in kein Schema mehr pressen.
Susanne (18): „Familie, Freunde, eine gute Ausbildung. Das gibt meinem Leben Sinn. Geld ist nicht alles.“ Daniela (17): „Ich kenne Leute, die gehören einfach nicht mehr dazu, wenn sie nicht bestimmte Marken tragen.“ So verschieden wie die Jugendlichen selbst ist auch ihre Suche nach Sinn für ihr Leben. Sie lassen sich nicht in ein Schema pressen. Darin waren sich alle Podiumsgäste der „Sinn-Enquete“ im Linzer Ursulinenhof einig. Familie, ein sicherer Job, Anerkennung und Liebe sind nicht out. Das zeigen hunderte Zuschriften Jugendlicher zum Thema „Sinn“ an die Kirchenzeitung. Trotzdem suchten Jugendliche auch nach Sinn in außeralltäglichen Erfahrungen, sagt die Theologie-Professorin Ilse Kögler: „Viele gehen deshalb zu Techno-Raves oder betreiben Fun-Sportarten wie Snowboarden oder Inline-Skaten. Hier geht es nicht nur um Bewegung, sondern um Markenkleidung, bevorzugte Treffpunkte und Ausdrücke.“ Daß Jugendliche einer Szene angehören, heißt nicht, daß sie ihren Sinn immer dort finden. Viele sind „Szenesurfer“, die überall ein bißchen, aber nirgends ganz zu Hause sind. Die katholische Kirche hätte für Jugendliche kein Monopol auf Religion mehr, so Kögler: „Wir leben in einem Markt symbolischer Güter.“ Reinhard (22) glaubt trotzdem, daß die traditionelle Kirche Jugendlichen Sinn geben kann, solange sie glaubwürdig sei: „Bei der Amtskirche gibt es da Defizite. Aber auf die Basisarbeit kommt es an. Da sehe ich große Chancen für Jungschar- und Jugendarbeit.“