Der Herr Sicherheitsdirektor bedauert, der Herr Fremdenpolizeidirektor bedauert, der Herr Innenminister bedauert – der Tod von Marcus Omafuma war die tragische Verkettung von unglücklichen Umständen. Aber das war es nicht. Der Tod des Nigerianers ist der erschütternde Ausdruck einer menschenverachtenden Politik und Praxis gegenüber Asylwerbern. Mit Gesetzen, die dem Rechtssystem einer modernen Demokratie spotten, wurde das berechtigte Anliegen eines kontrollierten Zustroms von Ausländern auf eine beschämende Weise umgesetzt. Mit einer Schubhaftpraxis, bei der unschuldige Menschen – auch Kinder – bis zu einem halben Jahr unter oft menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt werden, und mit einer Abschiebepraxis, die in nachgewiesenen Fällen sich nicht um das Wohl und Wehe der Betroffenen kümmert, wird konsequent zu Ende geführt, was der Gesetzgeber begonnen hat: Asylwerber haben in Österreich nur beschränkte Rechte und kaum eine Würde. Bis zum Klebeband ist es dann nicht mehr weit.