Die Barmherzigen Brüder in Linz wehren sich gegen die verordnete Reduzierung in der gynäkologischen Abteilung. Das würde langfristig auch die Geburtenstation des Ordensspitals gefährden.
In Oberösterreich müssen in den kommenden Jahren insgesamt 100 Gynäkologie-Betten in den Krankenhäusern eingespart werden. Die mit jetzt 50 Betten kleine Gynäkologie bei den Barmherzigen Brüdern in Linz trifft es hart: Sie soll gleich um 20 Betten reduziert werden. Prior P. Josef Möslacher ist mißtrauisch geworden. „Was haben wir von den Beteuerungen der Politiker, wie wie sehr man die Ordensspitäler schätzt, wenn man uns dann trotzdem zurückstutzt“, meint er. Eine gynäkologische Station mit 30 Betten wäre unrentabel, sie könnte die Qualität nicht mehr bringen. Und damit würde langfristig auch die Geburtenstation bei den Brüdern gefährdet – die einzige, die keine rückläufigen Geburtenzahlen im Land aufzuweisen hat. Sollten langfristig beide Stationen wegfallen, stünde die Rentabilität des etablierten Krankenhauses insgesamt in Frage. Ein weiterer – vielleicht beabsichtigter? – Schritt Richtung Großkrankenhaus wäre gesetzt. Eine Studie des Bundesinstitutes für Gesundheit (ÖBIG) beschäftigte sich mit der Errichtung eines Mutter-Kind-Zentrums in Linz, das im Allgemeinen Krankenhaus angesiedelt sein soll. In den letzten Jahren wurde bei den Brüdern viel getan, um eine gute menschliche Atmosphäre mit einer erstklassigen medizinischen Versorgung zu koppeln. Das wird geschätzt. So wurden im Vorjahr die Eltern eines ganzen Jahrgangs von Neugeborenen zu einer Geburtstagsfeier eingeladen und 500 von ihnen folgten dieser Einladung. Wieviele Betten in den einzelnen Bundesländern eingespart werden müssen, entscheidet der Bund. Welche Krankenhäusern wieviel reduzieren müssen, liegt beim Land. Landeshauptmann Dr. Josef Pührinher zeigt sich gesprächsbereit. Er will Ordenskrankenhäuser und die zuständigen Referenten in der Landesregierung zu einem Gespräch laden. Prior P. Möslacher hofft darauf.
ZUR SACHE Um das sogenannte Eltern-Kind-Zentrum in Linz wird seit längerem gestritten. Es gilt bestmögliche Versorgung durch Zusammenlegung jeweiliger Fachbereiche zu ermöglichen. So soll auch die Notversorgung Frühgeborener gewährleistet bleiben. Das Modell sieht möglichst hohe Konzentration der finanziellen Mittel vor. Und das ist die Befürchtung der kleineren Spitäler – daß für sie dann nichts mehr bleibt. Sie haben Vorteile, die man nicht übersehen sollte: Überschaubarkeit und dadurch gute persönliche Betreuung. Ein Haus, das von der Geburt an durchs Leben begleiten kann. Was Rationalisierungen betrifft, so haben die Barmherzigen Brüder in den letzten Jahren mit den Barmherzigen Schwestern eng zusammengearbeitet.