Teilzeit ist eine Armutsfalle. Die Arbeitszeitverkürzung für alle schafft die Voraussetzung für die Teilung von Haus- und Erwerbsarbeit. Familienpolitik muß die Gleichstellung von Mann und Frau fördern! – So formulierten es die Arbeitsgruppen bei der Frauentagung am 8. Mai. 80 Frauen waren nach Linz zu dieser Veranstaltung von ÖGB-Frauenreferat, Betriebsseelsorge und Kath. Arbeitnemehmer/innenbewegung OÖ gekommen.
„Auf das Frauenvolksbegehren folgt nun zwei Jahre später das Familienvolksbegehren. – Wie vor ca. 100 Jahren der Muttertag als Reaktion auf den internationalen Frauentag erfunden wurde –“, sagte die Referentin Univ.-Prof. Dr. Sieglinde Rosenberger. Das Problem sei nicht die unbezahlte Arbeit an sich, sondern daß diese nur von Frauen geleistet wird.
„Stärkere Übernahme von Familienpflichten durch den Mann“, wurde gefordert. Eine alte Forderung, hat sie doch 1906 schon Clara Zetkin aufgestellt.
Frauen, die wieder in einen Beruf einsteigen wollen, sind in der Zwickmühle: Kaum Stellenangebote; nur wenige oft schlecht bezahlte Jobs; versäumte Qualifikationschancen. Eine 40jährige schilderte: “Als ich jung war, war es nicht wichtig, daß Frauen einen Beruf lernen – sie heiraten eh. – Aber ich hab’ nicht geheiratet.“ Sie blieb mehrere Jahre beim Sohn zu Hause, machte nebenbei die Handelsschule und mußte dann erleben, daß sie „zu alt“ für eine Sekretärin war. Jetzt ist sie Hilfsarbeiterin.