Moskau. Das russische Justizministerium hat dem Jesuitenorden die offizielle Registrierung verweigert. Damit ist der Orden die erste katholische Einrichtung, die nach dem Religionsgesetz von 1997 nicht zugelassen wird. Obwohl die Jesuiten seit dem 18. Jahrhundert in Rußland wirken, wurden sie wie die verschiedenen in Rußland tätigen neuen Sekten als „ausländische religiöse Gemeinschaft“ eingestuft. In der kommunistischen Ära waren die Jesuiten in vielen Ländern des Ostblocks verboten.
ORF nicht immer fair
Wien. Der ORF-Kirchen-Kurator Franz Küberl kritisierte, daß die Kirche im allgemeinen ORF-Programm nicht immer ganz fair und mit der nötigen Sachlichkeit behandelt werde. Ausdrückliches Lob zollte Küberl den Religionsabteilungen im Fernsehen und Hörfunk, die mit großem Engagement die drängenden Zeitfragen und ihre Verbindung zu religiösen Sinnangeboten aufgreifen, zur Verständigung der Religionen beitragen und das soziale Engagement von Christen unterstützen.
Innerserbische Abrechnung
Belgrad. Scharfe Kritik an der jugoslawischen Regierung übte der serbisch-orthodoxe Bischof des Kosovo, Artemije Radosavljevic. Die Führung des Landes habe zehn Jahre lang eine falsche Politik gemacht, die Spannungen geschürt und die Bevölkerung in eine schlimme Lage manövriert. Er rief die Serben im Kosovo auf, von jeder Gewalt und ungesetzlichen Handlung Abstand zu nehmen und sich nicht an der Beraubung, Vertreibung und Ermordung der Albaner zu beteiligen. Der bereits Anfang April verfaßte Hirtenbrief konnte in der Zeitung des Belgrader Patriarchats wegen staatlicher Eingriffe erst jetzt veröffentlicht werden.