Zum 19. Mal trafen einander katholische und evangelische Theologen
Ausgabe: 1999/19, Ökumene
11.05.1999
- Martin Kranzl-Greinecker
Was eint katholische und evangelische Christen? Und was trennt sie voneinander?
Über diese Frage machten sich rund 50 Teilnehmer/innen am 6. Mai bei einem Studientag in Gallneukirchen Gedanken. Der evangelische Theologe Dr. Beatus Brenner vom Konfessionskundlichen Institut Bensheim (Deutschland) erläuterte zunächst die 1997 verabschiedete „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“. Darin gelangten die Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes und die römisch-katholische Kirche zu weitgehender theologischer Übereinstimmung, was die Frage der Erlösung von menschlicher Schuld (in evangelischer Sprachregelung: Rechtfertigung) betrifft. Zentrale Aussage der Erklärung ist, daß Erlösung nur von Gott geschenkt, nie vom Menschen verdient werden kann. Da die Frage „Wieviel trägt der Mensch bzw. die Kirche zur Erlösung bei?“ aber einst massiv zur Kirchenspaltung beitrug und daran auch gegenseitige Verurteilungen geknüpft wurden, ist die Anerkennung der gemeinsamen Erklärung schwerwiegend und läßt derzeit noch auf sich warten. Derzeit wird katholischerseits ein Zusatzpapier verfaßt, nach dessen Redaktion die Erklärung ratifiziert werden kann. Die Konfessionen werden sich so theologisch ein großes Stück näher kommen. Von schon jetzt guter ökumenischer Zusammenarbeit in OÖ. zeugt nicht nur der Theologische Tag, sondern auch die Verwurzelung des evangelischen Diakoniewerks. In dieser Woche feiert das Diakoniewerk Gallneukirchen sein 125. Bestehen.