Pfarrgemeinderäte und Schüler/innen waren einen Tag in Pupping
Ausgabe: 1999/21, Kloster, Pupping
25.05.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Einladung des Klosters Pupping, in der Arbeit und in der Stille die Wurzeln des Glaubens wiederzufinden, wird angenommen.
Anstelle der alljährlichen zweitägigen Klausurtagung hat sich der PGR (Pfarrgemeinderat) von Haibach ob der Donau entschlossen, dieses Mal einen Tag im Kloster Pupping mit den Ordensbrüdern Fritz und Philip und der Schwester Marie-Theres mitzuleben. Vormittags wurde eifrigst gearbeitet, ein Teil der Pfarrgemeinderäte übernahm das Kochen, andere putzten die Fenster, und der Rest – unter ihnen auch Pfarrer Wundsam – war mit Holz- und Gartenarbeiten schwer beschäftigt. Nach der Mittagsgebetszeit gab es ein gemeinsames Mittagessen und nachmittags haben Bruder Fritz und Bruder Philip sowie Schwester Marie-Theres sehr eingehend über das Klosterleben der Franziskaner bzw. der Klarissinnen erzählt. Unter der Führung der jungen Franziskaner ist das nahe Eferding gelegene Kloster zu neuem Leben erwacht und ist nunmehr ein offenes Haus für junge Menschen, die bereit sind, mit ihnen mitzuleben und in der Arbeit, in der Einfachheit und in der Stille die Wurzeln des Glaubens wieder zu finden und zu vertiefen. So lebt derzeit auch eine Frau bei ihnen, welche in der Suche nach dem Sinn und den Wurzeln ihres Lebens nicht zuletzt über Assisi den Weg zum Kloster Pupping und gleichsam den Weg zurück zu Gott gefunden hat. Viele solcher Glaubenserfahrungen werden hinter den alten Klostermauern, wo von Bruder Fritz mit zum Teil sehr einfachen Materialien recht ausdrucksstarke und symbolhafte Gebetsräume geschaffen wurden, spürbar und erlebbar. Für die Pfarrgemein-deräte von Haibach ob der Donau bedeutete diese Klausurtagung ein sehr tiefgehendes Gemeinschaftserlebnis, nicht zuletzt durch das gemeinsame Arbeiten und Beten.
Auch Schüler kommen
Seit 20 Jahren gibt es San Masseo in Assisi. Es ist dies ein Projekt von Franziskanern, die Jugendliche einladen, für eine Zeit mit ihnen zu leben, zu beten und zu arbeiten. Seit etwa einem halben Jahr ist das Kloster Pupping ein „Ableger“ vom italienischen San Masseo. Es ist ein offenes Haus im Geist des hl. Franz von Assisi und erhält sich durch das, was andere spenden und durch ihre Arbeit beitragen. Im Rahmen des Religions- unterrichtes an der Polytechnischen Schule Gramastetten haben Jugendliche einen Tag lang den „Betrieb“ dieses Klosters kennengelernt. Mehr als einen Monat lang haben sie sich im Unterricht auf diesen Tag vorbereitet. Sie beschäftigten sich ausführlich mit dem Leben des hl. Franziskus und erarbeiteten Fragen, die sie dann den Klosterbewohnern gestellt haben. Auch die Arbeitsaufteilung wurde bereits im Unterricht vorgenommen. Am Projekttag selbst mußten die Schüler eine Stunde früher in die Schule kommen, da sie schon um 7.45 Uhr in Pupping sein wollten. Auch dauerte der Unterrichtstag länger als sonst. Die Schüler nahmen das aber gerne in Kauf, denn der Tag hat sie nachhaltig beeindruckt. In der Nacharbeit wurden die auf Kassette aufgezeichneten Interviews mit den Brüdern, der Schwester und den Dorfbewohnern niedergeschrieben. Die von den Schülern gemachten Fotos wurden entwickelt und zu einer Fotogeschichte zusammengestellt.