Die „Mutter aller Schlachten“ soll der kommende Wahlkampf werden. So trommeln es die Medien. Sieht man sich die Themen an, um die es geht, so sind die – auch wenn die Neutralität dabei ist – nicht brisanter als bei anderen Wahlen. Das waren noch Zeiten, als man mit „Rentenklau“ und „Rotfront“ gegeneinander ins Feld zog – und die Koalition hat es überstanden. Den Wirbel jetzt machen wohl die Medien selber nach dem Motto: Wo’s kracht, steigen die Quoten und Auflagen.
Hans Baumgartner
Riskante Forderung
Ab Herbst soll die Abtreibungspille Mifegyne generell für die „klinische Anwendung“ zugelassen werden. Der Frauenministerin Barbara Prammer ist das zu wenig. Sie fordert die Zulassung von Mifegyne auch für niedergelassene Frauenärzte. Nur so könne sichergestellt werden, daß im Westen Österreichs, wo die meisten Spitäler keine Abtreibungen durchführen, die Frauen endlich die Möglichkeit zum Abbruch bekommen. Es ist erschreckend, daß ausgerechnet die Frauenministerin solches fordert. Denn es ist kein Zufall, daß der Hersteller den Antrag stellte, Mifegyne nur unter klinischer Kontrolle anzuwenden. Bei der angeblich so „schonenden“ Abtreibung kann es nämlich zu erheblichen gesundheitlichen Komplikationen kommen. Das dürfte einer Frauenministerin doch nicht egal sein! Außerdem muß sich Prammer fragen lassen, was ihr Ministerium denn tut, um Frauen bei Schwangerschaftskonflikten wirklich zu helfen. Seit 20 Jahren sind die versprochenen „flankierenden Maßnahmen“ nichts als ein Lippenbekenntnis. Hans Baumgartner