Viele Gläubige haben im Kosovo-Krieg nicht nur durch Spenden, sondern auch durch den spirituellen Weg des Gebetes geholfen, so auch in der Pfarre Gallneukirchen.
Aus persönlicher Betroffenheit heraus wurde durch Monate täglich zum Angelus-Läuten um 19 Uhr in der Pfarrkirche für den Frieden gebetet. Der Krieg wütete im Kosovo, als das Lied „Nein, meine Söhne geb ich nicht“ Frauen aus dem Leitungskreis der Kath. Frauenbewegung – mehrere Mütter von Söhnen und eine schwangere Frau – tief betroffen machte. Die Idee wurde geboren: „Wir wollen auf unsere Weise etwas tun und für den Frieden beten!“ Selbst zu Kriegsende hat man das tägliche Gebet nicht sogleich abgesetzt. KFB-Leiterin Traudi Neudorfer, Mitinitiatorin des Friedensgebetes: „Der Friede muß sich im Herzen der Menschen verankern. Das Gebet zur Versöhnung ist nach wie vor notwendig, denn es ist zu befürchten, daß der Haß und die Rachegedanken Generationen überdauern.“ Das Friedensgebet wurde gut angenommen. Abwechselnd leiteten verschiedene Laien – wie Kath. Arbeiterbewegung, die Pfadfinder, die Lektoren und die Legio – die Andacht in der Pfarrkirche, wofür Gebetshilfen vorlagen. Als Ritual wurde jedesmal eine selbstverzierte Friedenskerze entzündet. Nach Liedern und Texten – Gebeten, Gedanken, Psalmen, auch freiformulierten Fürbitten – folgte meistens ein Rosenkranzgesätzchen und als Abschluß jedesmal das Friedensgebet „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens!“. Manches Talent wurde entdeckt: So beeindruckte einer der Lektoren mit seinen aus dem Stegreif dargebrachten persönlichen Gedanken zum Thema Frieden. „Vielleicht hat unser Beten auch ein Stück beigetragen zum Frieden!“ freuen sich die KFB-Frauen jetzt. Die Friedenskerze war wochenlang symbolisch umgeben von dürren Blättern, Ästen und Tonscherben. Wie schön, als die Frauen dann als leuchtendes Friedenszeichen immer wieder eine frische Rose dazustecken konnten, eine Blume der Hoffnung, die gleichsam aus den Ruinen wächst. Da es so viele Krisenherde auf der Welt gibt, beschloß die KFB Gallneukirchen, in Zukunft ein monatliches Friedensgebet als ständige Einrichtung weiterzuführen.