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In Armut ist die Not besser zu verstehen

Pabneukirchen: Sr. Gertrudis ist seit 40 Jahren in der Mission tätig
Ausgabe: 1999/26, Pabneukirchen, Sr. Gertrudis, Windischhofer
29.06.1999
- Robert Zinterhof
Seit 40 Jahren lebt Sr. Gertrudis Windischhofer als Missionsschwester in Afrika. Jetzt ist sie auf Heimaturlaub in ihrem Heimatort Pabneukirchen.

„Ich komme mir in Österreich wie in einem Märchenland vor. Das satte Grün der Wiesen und Felder, die schönen Häuser und die vollen Auslagen – wie ein Traum für mich.“
Sie empfindet es trotzdem irgendwie schöner, wenn man sich nicht alles leisten kann, denn „so kann man die Not der Menschen um sich besser verstehen“. Und mitfühlen „mit dem Elend unserer Mitmenschen in Afrika“.
Sr. Gertrudis weilt derzeit auf Urlaub in Pabneukirchen. Sie ist das jüngste von zwölf Kindern der Landwirtsfamilie Windischhofer. Als Vorzugsschülerin war Paula – so ihr bürgerlicher Vorname – belesen, und alle Schriften, die die Mission betrafen, faszinierten sie.
So trat sie 1959 bei den Schwestern vom Kostbaren Blut in Wernberg, Kärnten, ein, wo sie eine umfassende Hauswirtschaftsausbildung erhielt. 1959 schickte sie ihr Orden nach Tansania in Ostafrika, und sie wurde dort Chefköchin. Sie mußte Kiswaheli und Englisch lernen und wirkte nebenbei auch noch als Aushilfslehrerin, denn die Missionsstation hatte eine Schule.
Elf Jahre wirkte St. Getrudis in Tansania, ehe sie nach Kenia, 12 km von der Hauptstadt Nairobi entfernt, übersiedelte. Bereits 29 Jahre arbeitet sie nun schon im Provinzhaus der Kongregation in Riruta, einer großen Pfarre mit fünf Außenstationen. Zum Ausbau dieser Missionsstation haben übrigens auch die Sternsinger aus Österreich beigetragen.
Die Arbeit in Riruta besteht in der Betreuung von fast 400 Schülern. Weiters werden lebenspraktische Fortbildungskurse für Frauen und Mädchen durchgeführt. Vorerst war Sr. Gertrudis Köchin, nun ist sie Lehrerin für Handarbeit, im besonderen für Näharbeiten.
Zur Riruta-Missionsstation gehören noch ein Krankenhaus mit einer Entbindungsstation. Im Krankenhaus werden Patienten auch ambulant behandelt, und Krankenschwestern fahren in die entlegenen Dörfer hinaus.
Eine moderne Großbäckerei – sie konnte durch die Hilfe der bekannten ORF-Journalistin Dolores Bauer errichtet werden – bietet vielen Afrikanern Arbeit. Brot ist für viele Menschen dort oft die letzte Rettung zum Überleben, denn durch die Dürreperioden gibt es viele Mißernten.

Die Pfarre Pabneukirchen hat für ihre Missionarbeit ein Spendenkonto eingerichtet: Raika Pabneukirchen, KtoNr. 12054, Kennwort „Sr. Gertrudis“.Robert Zinterhof
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