Mehr familienfördernde Maßnahmen, die auf die Ehe stabilisierend wirken, hat Familienbischof Klaus Küng angesichts der anhaltend hohen Scheidungszahlen gefordert. Letztes Jahr wurden in Österreich 17.884 Ehen (Scheidungsrate von 38,6%) geschieden; 27 Prozent davon betraf Ehen, wo zumindest ein Partner bereits zuvor einmal verheiratet war. 16.404 Kinder waren von den Scheidungen betroffen. Küng warnte davor, die dramatisch hohe Zahl der Ehescheidungen wie ein Naturgesetz hinzunehmen. Die schwerwiegenden Folgen einer Scheidung, die Verwundungen bei den Partnern ebenso wie bei den Kindern, würden meist unterschätzt. Die Kirche werde daher ihre Ehevorbereitung und Ehebegleitung noch verstärken müssen. Dies sei aber auch ein Auftrag des Staates. Ausdrücklich begrüßt hat Küng die Aufnahme der Mediation in das Scheidungsverfahren.