Unsere sprachgewandten couragierten EU-Kinder haben nicht nur Kontakte in alle Welt, sie reisen auch gern und viel – und das heißt gerade in den Ferien und im Urlaub oft große Ängste für die Eltern.
Reisen und Reisen ist noch einmal zweierlei. Sie fliegen nicht nur nach London und Kreta, sie fahren mit dem Motorrad quer durch Griechenland oder Korsika, sind mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs und trampen durch Bali, Kanada oder Peru. Wann sonst, solange sie jung sind, sollen sie so etwas machen? Sie müssen sich abnabeln, man muß sie loslassen, eh klar. Mit dem Verstand wissen es Vater und Mutter - aber im Herzen sind sie da, die Ängste. „Wenn man nichts hört von ihnen, geht es ihnen gut!“ geben sich Mütter und Väter halbherzig gegenseitig Ratschläge, wenn sie nach außen locker, innen aber doch mit großer Sorge erfüllt erzählen, daß die verreisten großen Kinder nichts von sich hören lassen. Wenn sie sich ab und zu telefonisch melden, ohne daß die Mitteilung an vorderster Stelle steht, sie brauchen Geld, dann freut man sich doppelt. Es zeigt, die Kinder haben das Herz am rechten Fleck, und unsere Erziehung dürfte nicht so schlecht gewesen sein.Man freut sich, wenn es ihnen gut geht, am meisten freut es die Eltern aber, wenn die großen Kinder braungebrannt und voller Erlebnisse und einem Rucksack mit Schmutzwäsche heimkommen.
Da nimmt man laute Musik, die durchs Haus klingt oder Anschweigen, weil sie mit der „älteren Generation“ nicht so viel zu reden wissen, gern in Kauf, denn dann sind sie daheim und es kann ihnen fast nichts passieren. Und so bangen Eltern dem Ferienende entgegen – froh, wenn alles seinen gewohnten Gang geht.