Aktion Leben-Idee: Kinder von Mitarbeitern eroberten das Diözesanhaus
Ausgabe: 1999/27, Arbeitsplatz, Aktion Leben, Mama, Papa
06.07.1999
- Maria Haunschmidt
Wo bist du, wenn du nicht bei mir bist? Mama, Papa, zeig mir deinen Arbeitsplatz! Dieser Kinderwunsch erfüllte sich im Linzer Diözesanhaus mit einem „Papa-Mama-Nachmittag“ für die Kinder von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ...
... eine bemerkenswerte und für andere Betriebe nachahmenswerte Idee der Aktion Leben. Ilse Zöchmann, Initiatorin dieses Nachmittags über die Motivation: „Weil wir Kinder in jedem Alter ernst nehmen!“ Die Kinder konnten ihre Eltern an einem ganz normalen Arbeitstag erleben. Leonhard, Sohn eines Angestellten: „Wir holen den Papa zwar öfter ab, aber heute kann ich ihm einmal direkt bei der Arbeit zusehen!“ Der Vater: „Da sehen die Kinder, wo und wie die Eltern ihr Geld verdienen!“ 62 Kinder von im Diözesanhaus Beschäftigten leisteten der Einladung Folge. Die jüngsten Kinder wurden in dem vom Kath. Bildungswerk vorübergehend eingerichteten „SPIEGEL-Treffpunkt“ betreut – die älteren schwirrten durch das vierstöckige Haus und begutachteten die elterlichen Arbeitsplätze. Vor allem die Computer hatten es den Kindern angetan, etwa der kleinen Miriam aus Lasberg oder dem schon größeren Christoph aus Scharnstein, deren Väter im Diözesanhaus arbeiten.
Unterwegs mit Spiele-Paß
Die Kinder nahmen Büros, Küche, Druckerei und Behelfsdienst in Augenschein, außerdem gab es einen Spiele-Paß mit zwölf Spielstationen. Einige Abteilungen von Pastoralamt und Caritas hatten sich für die Kinder Besonderes einfallen lassen. Die Auswahl fiel schwer: Schminkenlassen, Videofilm ansehen, in einer Bücherecke schmökern, Mandala malen? Verlockend schien es auch mit einer Besucher-Urkunde, eigenen Visitenkarten, einem Anstecker oder dem Bibelführerschein heimzugehen. Die Fittesten zog es sogleich zu den Angeboten der Diözesanen Sportgemeinschaft, etwa zum Pedalo-Fahren. Beim Fingerpuppen-Sepperl im Ehereferat gab es Tips für richtiges Streiten und bei der Telefonistin Monika das Blindenschriftalphabet zum Ausprobieren. Auf größtes Interesse stieß die Kinderzeitung der Kirchenzeitung , ein Extrablatt, die ein fleißiges junges Redaktionsteam bei einem Workshop auf die Beine stellte. Für die kleinen Reporter galt es, mit Kamera und Aufnahmegerät unterwegs zu sein und Interviews, Fotos, Witze und Kinderzeichnungen redaktionell zu bearbeiten.
Den ersten Preis bei einer Schlußverlosung, eine Steyrertalbahnfahrt für die ganze Familie, zur Verfügung gestellt vom Kath. Familienverband, gewann die elfjährige Damaris. Einstimmiger Kommentar aller zu der Aktion befragten Kleinen und Großen: Eine Super-Idee!
Am Rande
– In der diözesanen Druckerei wurden am Kinder-Besuchstag persönliche Besuchs-Urkunden produziert. Frage eines Kindes an den Leiter der Druckerei: „Arbeitest du sonst auch noch was, oder machst du immer solche Urkunden?“
– Im Familienreferat wurde mit Fingerpuppen gezeigt, wie man (richtig) streiten kann: Vorschulkind Niklas aus Neuhofen: „Streiten kann ich eh schon. Ich übe viel mit meiner Schwester“.– Laß dich schminken, bunte Kinder sind lustiger! Unter diesem Motto stand das Jungscharbüro. Auch Ferdinand von der Hausverwaltung bekam dort zwei weitere Augen aufgemalt - damit ihm nichts mehr entgeht!
– Mein Papa wohnt im Bildungswerk, erklärte die kleine Juliane in der Aufregung. Sie meinte natürlich, daß ihr Papa dort arbeitet. Super fand die Fünfjährige, daß es in der Diözesanhausküche mittags eine Buchstabensuppe gab. Diese war am Kindertag vom Koch bewußt auf den Speiseplan gesetzt worden. „Meisterkoch Franz sorgt mit seinem Team dafür, daß Papa und Mama nicht vom Fleisch fallen“, war über ihn in der von und für Kinder hergestellten „Kinderzeitung zum Papa-Mama-Tag“ nachzulesen.
– Dazu ein Witz von Simon aus Urfahr, ebenfalls aus diesem Extrablatt für Kinder. Sagt eine Holzwurmmutter zu ihrem Kind „Ab ins Brettchen!“