Am 29. Juni ist Karekin I., Katholikos der armenischen Kirche, in Jerewan an einem schweren Krebsleiden gestorben. Der Papst wollte ihn unmittelbar nach seiner Polenreise noch auf seinem Krankenlager besuchen, mußte wegen seiner eigenen Grippe die Visite aber absagen. Er stand dem Katholikos, den er noch vom Konzil her kannte, wo Karekin als Beobachter teilnahm, sehr nahe. Karekin ist 1932 in Syrien geboren. 1983 wurde er zum Katholikos von Kilikien im Libanon gewählt. Nach der Unabhängigkeit Armeniens wurde er 1995 zum Oberhaupt aller armenischen Christen gewählt. Mit Österreich war Karekin vor allem durch die Stiftung „Pro Oriente“ verbunden. Gemeinsam mit ihr hat er wesentlich zur Verständigung zwischen der katholischen und den altorientalischen Kirchen beigetragen. Bei der Grazer Ökumeneversammlung rief Karekin die Christen auf, mehr „von den 99 Prozent, die uns einen, als von dem einen Prozent, das uns trennt“, zu reden.