Viel Liebe wenden Gartenfreunde für ihre Blumen und Sträucher auf. Ob am eigenen Grundstück, im Kleingarten, in der Wohnung oder am Balkon: Menschen umgeben sich mit Pflanzen. Garten – ein Stück menschlicher Urerfahrung.
Nachdem Gott Himmel, Erde und Wasser, Sonne und Mond, Pflanzen, Tiere und den Menschen erschaffen hatte, so heißt es im Schöpfungsbericht des Alten Testaments, legte er einen Garten an. Dort spielen sich die Details jener Erzählung, mit der gottesfürchtige Menschen vor Jahrtausenden den Urbeginn beschrieben haben, ab. Der Garten steht für das geglückte, harmonische, geordnete Zusammenleben der Geschöpfe. Als der Mensch sich selbst in den Mittelpunkt stellt, gerät die Harmonie aus dem Lot. „Gott schickte den Menschen aus dem Garten weg“, heißt es in der Bibel. Doch die Faszination und Freundschaft der Blumen blieb. Sie sind das blühende Kleid der Schöpfung, nicht so imposant wie Berge oder so kraftvoll wie Wasser. Aber sie sind das wertvolle Kleingeld, das nie zu übersehen ist.
„In der Hoffnung, den Mond zu erreichen, vergißt der Mensch die Blumen, die zu seinen Füßen blühen“, warnte der Pädagoge, Theologe und Arzt Albert Schweitzer (1875–1965). Der Mondflug ist heute keine Herausforderung mehr, der Respekt vor der Schöpfung mehr denn je. Blumen halten auch im übertragenen Sinn viele Botschaften für Menschen bereit. Die hl. Theresia von Lisieux (1873–1897) formulierte: „Ich habe verstanden, daß alle Blumen schön sind, die Gott erschaffen hat; daß der Glanz der Rose und das Weiß der Lilie den Duft des Veilchens oder die Einfachheit des Gänseblümchens nicht wegnehmen. Ich habe verstanden, daß, wenn alle kleinen Blumen Rosen sein wollten, die Natur ihren Schmuck verlieren würde und die Felder nicht mehr von Blumen übersät wären.“