Eine „neue Ordnung“, was die finanzielle und gesellschaftliche Bewertung der Familienarbeit betrifft, hat der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner gefordert. Das Streben von Frauen und Männern in die Erwerbsarbeit bei gleichzeitiger Abwanderung aus der Familie lasse deutlich eine „Wertskala“ erkennen: Wichtig sind Güter, weniger wichtig ist das Leben. Lebensdienliche Aufgaben wie das Großziehen von Kindern oder die Begleitung von Kranken, Alten und Sterbenden seien sowohl vom Sozialprestige als auch von der Bezahlung her weniger wertvoll als die Produktion toter Güter. Um der Gefahr einer Unterversorgung der lebensdienlichen Bereiche zu begegnen, sei eine neue Sprache, die die Hausarbeit nicht weiter diskriminiert, ebenso notwendig wie strukturelle Maßnahmen, die eine neue Balance zwischen Erwerbs- und Familienarbeit – auch zwischen Männern und Frauen – möglich machen.