Was blockierte Wege bedeuten, weiß man nicht erst seit der Tauerntunnel-Katastrophe. Die neue Reihe „Finde den Weg“ verführt in weitgehend unerschlossene Gebiete.
Der schnellste Weg, der sparsamste Weg, der kürzeste Weg. So bietet es das Computerprogramm an. Praktisch ist das. Das mühsame Suchen auf der Landkarte hat ein Ende. Und zugleich rechnet das Programm aus, wieviel Treibstoff ich für die Fahrt kalkulieren muß.
Wege haben ihre Mühseligkeit verloren. Auf schön asphaltierten Routen läßt sich bequem reisen – ein Problem nur, daß so viele dies tun. Bis auf höchste Berge hinauf führen Straßen. Wie stolz war Österreich auf die Großglocknerstraße oder auf die Europa-brücke. Nicht, ob man einen Weg findet, sondern welchen man nimmt, ist die Frage, vor der Reisende stehen.
Für alles, was von Motoren bewegt wird, sind Wege selbstverständlich geworden. Andere Wege sind eher zugeschüttet. Man muß sie erst suchen, sie neu durch das Dickicht menschlicher Verstrickungen schlagen. Sie verwachsen schnell, wenn sie nicht regelmäßig begangen werden. Keine Karte gibt Auskunft, wo sie liegen. Spuren? Gewiß, aber man muß sie zu deuten verstehen.
Von solchen Wegen, die erst gefunden werden wollen, ist in den kommenden Ausgaben der Kirchenzeitung auf diesem Platz zu lesen. Wege sind es, von denen viele zu schnell sagen: Nicht möglich, daß da ein Weiterkommen, ein Durchkommen ist.
Wer bereit ist, in seinem Leben ausgetretene Pfade zu verlassen, dem werden sich auf diesen Wegen neue Erfahrungen erschließen. Man weiß es ja: Abseits der Touristenrouten zeigt sich ein Land anders, in seiner Wirklichkeit nämlich.
Die schnellsten Wege sind das nicht, die sparsamsten auch nicht, und schon gar nicht sind es die bequemsten. Man muß sie erst gegangen sein, um zu wissen: Sie haben sich gelohnt.Es gibt sie – Wege zu größerer Gerechtigkeit, Wege aus der Feindseligkeit hin zum Frieden. Es gibt die Wege in die Tiefe des Lebens – mit der Zumutung, sichere Pfade zu verlassen.
Man hat gehört, von einem Weg der Verheißung den zu finden sich ein Abraham eingelassen hat. Wege sind das, die Mut verlangen. Wege mit Zukunft.