Eine Handelskette attackierte in Tirol die Sonntagsruhe
Ausgabe: 1999/30, Billa, Sonntag, Tirol
27.07.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Heftige Kritik rief die Entscheidung der Handelskette Billa hervor, am vorletzten Sonntag ihre Tiroler Filialen zu öffnen. „Mittels Salami-Taktik will man dem arbeitsfreien Sonntag Scheibe um Scheibe abschneiden“, so der Innsbrucker Generalvikar Jäger. Unglaubwürdig sind seiner Meinung nach auch Politiker, die einerseits Wert auf Familien- und Freizeitkultur legen, andererseits aber die Öffnung der Geschäfte genehmigen. Der Linzer Bischof Maximilian Aichern sprach sich gleichfalls vehement gegen die Aushöhlung der Sonntagsruhe aus. Bei der Sommerakademie der Kath. Männerbewegung Mitte Juli in Bad Leonfelden plädierte Aichern für die Verteidigung der Sonntagsruhe. Und zwar nicht, weil es um die Kirche oder eine „liebgewordene Idee“ geht, sondern weil jeder Mensch „schöpferische und partnerschaftliche Freizeit“ benötigt. Der gemeinsame freie Sonntag verhindert, daß das Leben zur „lückenlosen Arbeits- und Einkaufszeit“ wird, sagte Bischof Aichern.