Die Caritas der Diözese Linz ist im Endspurt zur organisatorischen Umgestaltung. Der Plan, die Bereiche in GesmbHs umzuwandeln, wurde fallengelassen. Die neuen Bereiche werden kirchliche Institute.
Die GesmbH-Idee nochmals zu überdenken, riet der Caritas-beirat. So entschied sich die Caritas-Leitung für eine Lösung nach dem Kirchenrecht. Damit werden nun per 1. Jänner 2000 auch der Bereich Altenheime & Mobile Dienste, der Behindertenbereich sowie der Bereich Kinder & Jugend jeweils als „Kirchliches Institut“ errichtet.
Zwar ist dafür, wie die Caritas in der Öffentlichkeit erscheint, nicht besonders von Belang, welche Rechtsform hinter den einzelnen Bereichen steht, dennoch darf die Entscheidung für kirchliche Institute als Entscheidung mit Symbolgehalt gewertet werden: Das vorwiegend wirtschaftliche Motiv für eine GesmbH setzte sich nicht durch.
Caritas-Direktor Prälat Josef Mayr sieht einen doppelten Vorteil in der Rechtsform des kirchlichen Instituts: Die Caritas ist bei der Statutengestaltung nicht ans Handelsrecht gebunden, und es kann in der Formulierung der Statuten auf das Zusammenspiel zwischen Caritas-Leitung und Instituten sowie auf den Erhalt der Caritasidentität besonders Bedacht genommen werden.
Die Neuorganisation ist von der Absicht getragen, daß die Führungsebene kleiner wird, die einzelnen Bereiche eigenverantwortlich agieren. Die Kirchenzeitung hat dieses Konzept der Caritas schon vorgestellt. Direktor Mayr wird in Zukunft mehr Spielraum für die Führung der Gesamtcaritas OÖ. haben. Ihm obliegt neben der Bestellung der Geschäftsführer das Zusammenspiel der Bereich, der Zusammenhalt der Institute, der gemeinsamen Rahmen und die Entwicklung der Caritas-Identität.
Mit dieser Caritas-Identität steht und fällt die eigentliche Caritas-Arbeit, gerade auch in den dezentralen pfarrlichen Aufgabengebieten. Ein Beispiel dafür, was hohe Identifikation, die in fester Identität wurzelt, zu bewegen vermag, liefern die 14 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Flüchtlingsberatungsstelle und im Caritas-Laden Grein. Ihre unermüdliche Arbeit unterstützten jetzt die Pfarrhaushälterinnen, die S 10.000,– aus dem Verkaufserlös des Pfarrhaushälterinnen-Kochbuches übergaben. Die Freude darüber war groß. Besonders wollen die ehrenamtlichen Helfer/innen damit schwangeren Frauen und alleinerziehenden Müttern helfen.
Zur Zeit halten sich 70 Kontingent-Flüchtlinge aus dem Kosovo bzw. Asylwerber im Raum Grein auf. Für sie kam die Spende der Pfarrhaushälterinnen gerade zur rechten Zeit.
Auslandshilfe
Im Jahresbericht 1998 der Caritas Auslandshilfe sind die Schwerpunkte der fast 17-Mio-Schilling-Hilfe aufgelistet: Diözese Mostar (z.B. Frauenberatungsstelle), Diözese Alba Iulia (z. B. Sanatorium Praid), Weißrußland (z. B. Armenküche Minsk) und die Tschernobyl-Kindererholungsaktion.
Diözesancaritas
„Caritas in Bewegung“ ist der Titel des Leitartikels von Direktor Mayr im Jahresbericht 1998 der Diözesan-Caritas. „Caritas ist mehr als professionelle Sozialarbeit“, schreibt er in diesem Beitrag. „Unser großer Auftrag ist, Gottes Liebe den Menschen begreifbar und erfahrbar zu machen.“
Flüchtlinge
Der Jahresbericht 1998 der Flüchtlings- und Gastarbeiterberatung der Caritas vermerkt, welche Menschen welcher Nationalität Hilfe oder seelsorgliche Betreuung suchen: Kroaten, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Polen, Slowenen, Serben, Kosovaren, Flüchtlinge, Gastarbeiter …