Ausgabe: 1999/30, St. Wolfgang, Denkmal, KZ-Priester, Rohrmoser
27.07.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
. Der Tourismusort im Salzkammergut läßt ein Denkmal für den früheren Pfarrer Josef Rohrmoser errichten. Ursprünglich forderten antifaschistische Aktivisten, die dem einstigen, NS-nahen Gemeindearzt gewidmete Dr.-Rais-Promenade in Pfarrer-Rohrmoser-Promenade umzutaufen. Da die Umbenennung offenbar nicht durchführbar war, wird nun zur Erinnerung an den von den Nazis verfolgten Priester ein Denkmal im Bereich der Pfarrkirche aufgestellt. Als möglicher Einweihungstermin wurde der „Tag des Heldengedenkens“ im heurigen Herbst genannt, ein denkbar unpassender Termin. Viel eher würde sich der 20. Oktober eignen. An diesem Tag jährt sich zum 60. Mal die Verhaftung des Pfarrers. Josef Rohrmoser, am 4. August 1878 in Kirchheim geboren und am 27. Juli 1902 zum Priester geweiht, war ab 1917 Pfarrer in St. Wolfgang, wo er am 20. Oktober 1939 wegen „Heimtücke“ verhaftet wurde. Es folgte ein Jahr Kerker in Garsten, dann Gefangenschaft im KZ Dachau. Nach dem Krieg war Rohrmoser Schloßkaplan in Riegerting bei Kirchheim. Dort ist er am 12. April 1961 verstorben.