Die Tragödie Omofuma, bei der immer mehr zu Tage kommt, daß das Verkleben des Mundes gängige Praxis war, die Hetze gegen Schwarzafrikaner, Vertreibungen und Rache im Kosovo – die Zeugnisse von Intoleranz, Fremdenhaß und Gleichgültigkeit gegenüber Unrechtssituationen ließe sich fortsetzen. Die Bregenzer Festspiele haben mit der Aufführung der „Griechischen Passion“ dagegen ein tief beeindruckendes Zeichen gesetzt. Die vom tschechischen Komponisten Bohuslav Martinu geschaffene Oper basiert auf dem Roman „Der wiedergekreuzigte Christus“ von Nikos Kazantzakis („Alexis Sorbas“). Er erzählt die Geschichte eines kleinen griechischen Dorfes in Kleinasien, das 1922 von den türkischen Vertreibungen noch verschont blieb. Man studiert ein Passionsspiel ein. Als der Christusdarsteller fordert, man möge den Flüchtlingen aus dem Nachbarort helfen, wird er getötet.