Der heilige Abt Berthold von Garsten sei ein großartiges Beispiel für das Erkennen und Verwirklichen dessen, was jeweils das Gebot der Stunde ist. Berthold habe gezeigt, dass Beten und Arbeiten, Zeit für Gott und für die Mitmenschen, ein untrennbares Ganzes sind, das das Leben wertvoll macht. Das sagte Bischof Maximilian Aichern bei einer Messe zum Gedenktag des hl. Berthold am 27. Juli in Garsten. „Zum menschlichen Sein gehören Arbeit und schöpferische Freizeit“, so der Bischof, „Aufbruch und Ruhe, Abenteuer und Geborgenheit, eigene Leistung und die Bereitschaft, sich beschenken zu lassen.“ Jede Stunde sei ein Anruf zum Mitgestalten. Gerade die kommende Jahrtausendwende erinnere daran, „dass wir nicht in blindem Schicksal stehen, sondern dass es darauf ankommt, was wir aus der Zeit machen“, so Bischof Aichern. Das biblische Wort „Alles hat seine Zeit“ stand als Motto über dem Bertholdfest 1999 in Garsten. Zum Thema sprach auch der Salzburger Dogmatiker, Univ.-Prof. Dr. Gottfried Bachl. Er verwies dabei auf Aspekte, unter denen die Zeit für den Glauben bedeutsam wird: Die Zeit wird dem Menschen als Chance geschenkt. Sie ist nicht vorausprogrammiert. Es liegt am Menschen, wie er damit umgeht. Es gehe, so Prof. Bachl, um die Ordnung der Zeit und schließlich auch um das Aufheben der Zeit: Die Erlösung des Menschen bedeute auch die Befreiung aus dem Zwang und der Enge der Zeit. Eine Gesamtsicht der Zeit sei für Menschen nicht erreichbar. Auch der Glaube sagt nicht viel über die Zeit, aber er ermöglicht die rhythmische Praxis der Zeit. Prof. Bachl: „Das eigentlich froh machende Glaubenselement ist die Überzeugung, dass alle Zeit auf Dauer bei Gott ist.“