Ausgabe: 1999/31, Deutsche Bischofskonferenz, Laun
10.08.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Rudolf Hammerschmidt, hat die erneute Kritik des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun an der Neuregelung der kirchlichen Schwangerenberatung in Deutschland als „reine Polemik“ zurückgewiesen. Laun hatte am Mittwoch vergangener Woche in einem ORF-Interview die Entscheidung der deutschen Bischöfe mit der Erklärung der österreichischen Bischöfe 1938 zur Machtübernahme Hitlers verglichen. Dieser Vergleich habe „schon diffamierenden Charakter“, sagte Hammerschmidt. Der Weihbischof sinke damit ab auf ein Niveau, „das dem Thema nicht angemessen ist“. So hätten sich die österreichischen Bischöfe 1938 zu einer politischen Frage geäußert und dabei – aus heutiger Sicht – ihre Kompetenz überschritten. Dagegen hätten sich die deutschen Bischöfe nun in einer pastoralen Frage entschieden und dabei bei „hoher theologischer Kompetenz“ Einmütigkeit gezeigt. In seiner ersten Reaktion auf Launs Kritik hatte der Pressesprecher erklärt, die Deutsche Bischofskonferenz bedürfe nicht der Belehrung eines „österreichischen Kleininquisitors“. Laun hatte dazu gemeint, es handle sich um eine „so wichtige“ Sache, die „grenzüberschreitend von Bedeutung ist“. Unter Hinweis auf Launs Äußerungen wurde der Pro-Life-Marsch am 1. August im Münchner Liebfrauendom ausgeladen.