Gehören auch Sie zu den Menschen, denen es nicht schnell genug gehen kann? Die sich bei der Durchführung von Projekten durchschlagende Ergebnisse erwarten und dann enttäuscht sind, wenn auf den ersten Blick eine Mickey-Mouse dabei herauskommt? Und die dann entdecken, dass sich die eigentliche Wirkung eines Projektes oft erst in den Folgeerscheinungen zeigt? Weil Veränderungen, die nicht oberflächlich und aufgesetzt sind, Zeit, Geduld und Spucke brauchen? Und die überdies groß schauen, wenn etwas anderes (ebenfalls Gutes) herauskommt, als man sich ursprünglich vorgestellt hat?
Auch Elija hat sich alles anders vorgestellt. Er hat mit seinem machtvollen Auftritt am Karmel Gott Recht gegen die Baalspriester verschaffen wollen. Aber Elija war letztlich erfolglos. Der Sieg beim Gottesurteil auf dem Karmel gegen die Priester des Baal bringt ihm nicht Triumph und Sicherheit, sondern noch schärfere Verfolgung und Ächtung ein. Er ist schon nahe daran, sich unter einem Ginsterstrauch zum Sterben hinzulegen, da erhält er durch einen Engel Gottes Brot und Wasser, damit er gestärkt den weiten Weg zum Horeb (Sinai) gehen kann.
Dort wird dem impulsiven, machtvoll auftretenden Gottesmann, der immer aufs Ganze geht und keine Kompromisse schließt, eine ganz spezielle Gottesoffenbarung zu Teil. Der Offenbarung gehen zwei bestürzende Naturereignisse voraus: Zunächst ein Sturm und dann ein Erdbeben. Machtvolle Zeichen wie das Gottesurteil auf dem Karmel, dessen Erfolg und letztlicher Misserfolg Elija noch in den Knochen sitzt. Aber diese beiden sind nur die Vorhut. Gott selber offenbart sich in einer „leisen Windstille“. Hier sind nicht Naturkatastrophen die Medien der Selbstoffenbarung Gottes, sondern eine Stille.
War Elija auf dem Holzweg? Wer auf den unmittelbaren Erfolg schaut, muss zugeben: Ja. Er hat zwar machtvolle Zeichen für Gott gesetzt, aber er hat es nicht geschafft, König Ahab und seine Frau Isebel mitsamt ihrer Baalsverehrung aus dem (Thron)sessel zu heben.
Aber ist es nicht besser, etwas versucht zu haben, auch wenn es sich im Nachhinein als nutzlos herausstellt, als gar nichts mehr riskieren zu wollen und immer unter seinen eigenen Möglichkeiten zu bleiben? Ich meine, es ist besser, einmal aufs Ganze zu gehen, auch wenn der Erfolg nicht gesichert ist.
Elija kann beruhigt sein. Seine Mission war nicht – wie es auf den ersten Blick scheint – umsonst. In der Gottesoffenbarung erhält er den Auftrag von Gott, seinen Nachfolger zu salben. Es geht wieder weiter.