Nun ist auch in Deutschland die Diskussion um das Öffnen der Geschäfte am Sonntag voll entbrannt. Als am 1. August der größte Einkaufstempel Berlins seine Pforten um zwölf Uhr erstmals öffnete, hätten spontan Tausende Beifall geklatscht: es sei eine Abstimmung mit den Füßen gewesen. Als ob nur offene Geschäfte Farbe in den grauen Sonntag bringen und im Kaufen der Mensch seinen Sinn erfüllt. Da helfen weder Schuldzuweisung – typisch Ossis, die kommunistische Ideologie hat die Bedeutung des Sonntags zerstört –, noch Kampfparolen: „die Auseinandersetzung um den Schutz des Sonntags in schärferer Form als bisher führen“. In den Niederlanden haben die Kirchen mit einer landesweiten Kampagne – „Nimm Dir Zeit zum Leben“ – die Wünsche der Menschen geweckt, und den grauen Sonntag neu eingefärbt.