1999 ist ein guter Spiele-Jahrgang. Kaum ein Jahr zuvor, in dem die Verlage so viele überdurchschnittlich gute Spiele herausgebracht haben.
Einige Trends sind bei den Brett-, Karten- und Schachtelspielen der zahlreicher werdenden Spieleverlage des deutschen Sprachraums zu beobachten: Etliche Spieleautoren haben einen deutlichen Hang zu geschichtlichen/geographischen Themen – siehe „Cheops“, „Kontor“, „Kap Hoorn“, „Pacal“, „Titanic“, „Big City“, Colorado Country“, „China Town“, „Die Siedler – Historische Szenen (Cheops und Alexander der Große)“, „Union Pacific“ oder „Krieg und Frieden“.
Strategen im Vorteil
Auch dem Strategiespiel für zwei Personen wird wieder mehr verlegerische Aufmerksamkeit geschenkt. (Darunter sind einige Spiele, die genauso gut auch von mehreren Personen gespielt werden können.) Solche Strategiespiele sind u. a. „Feuer & Wasser“, „Druidenwalzer“, „Kontor“, „Lost Cities“, „Pacal“, „Kahuna“ und „Ta Yü“. Einige Spiele setzen auf Geschwindigkeit und Hektik und haben damit den Vorteil, dass ein Spieldurchgang nur wenige Minuten dauert, also auch von Zappeligen gespielt werden kann. Hier sind zu nennen „Zamix“, „Speed“, „Bunt Herum“, „Ligretto“, „Newsmaker“ und „Obalistig“.Es gibt viele unterhaltsame Spiele mit leicht verständlichen und knappen Regeln. Einige der besten Vertreter dieser Kategorie sind „Kap Hoorn“, „Lost Cities“, „Undercover“, „Pacal“, „Fette Bäuche“ (vom Erfinder des „Siedler von Catan“-Spiels, Klaus Teuber), „Tikal“, „Pi mal Daumen“ (für Ratefüchse) oder „Buddelbande“.
Echte Spieler mögen’s schwieriger
Für „echte“ Spieler der Tupfen auf dem Spiel-i sind Spiele mit schönem Spielzubehör, einer logischen Spielgeschichte und einer Idee, die sich durch das ganze Spiel zieht, sowie komplexen Regeln. Diese erlauben, den Spielverlauf weniger von Glück und Zufall abhängig zu machen als von der eigenen Strategie. Sie brauchen meist eine längere “Lesezeit“ für die Regel; auch das Spiel kann mitunter zwei Stunden dauern. Das gilt etwa für „Kontor“, „Big City“, „Tikal“ (in der „Profi-Variante“), „Giganten“, „Die Siedler – Historische Szenen“, „Union Pacific“ sowie „Krieg und Frieden“.
Hauptsache: kurzweilig
Lustig, spannend und kurzweilig sind sie alle und noch eine ganze Menge anderer Spiele dazu. Etwa „Klunker“, bei dem es darum geht, möglichst viele seiner Schmuckkarten in Geldkarten umzuwandeln. Oder „Druidenwalzer“, bei dem sich zwei Ober-Druiden um den Einfluss streiten und ihre Baumgeister einsetzen. Oder „Feuer & Wasser“, ein 10 bis 20 Minuten dauerndes Spiel, das dem Knobeln nachgebildet wurde – mit Feuer, Wasserkrug und Holzknüppel ausgerüstet, müssen die zwei Spieler bedenken, dass das Feuer zwar den Holzknüppel verbrennt, aus dem Wasserkrug aber das Feuer gelöscht wird und für den Wasserkrug Gefahr vom Holzknüppel droht . . . Nicht vergessen werden darf in dieser Aufzählung auch „Money“,, das wie „Chinatown“, „El Caballero“, „Giganten“, „Kahuna“, „Kontor“, „Mamma Mia“, „Ta Yü“, „Tikal“, „Union Pacific“ und „Verräter“ auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres stand. Das Rennen machte schließlich „Tikal“ (siehe letzte Kirchenzeitung).
Spiele fördern die Freundschaft
Die Ferien gehen dem Ende zu. Jetzt wäre eine Gelegenheit, neue Spiele auszuprobieren.Neue Spiele gibt es ja viele. Wie sollte man da den Überblick bewahren, stöhnen einige, wenn sie einen Spieleladen betreten. Das aber ist ein falscher Zugang zum Spielen: Es geht – außer für Experten – nicht darum, einen Überblick über die Spiele, sondern ein Gespür für jene zu bewahren, für die ein zu kaufendes Spiel bestimmt ist. Wer dieses Gespür hat, der darf ruhig seinem „Bauchgefühl“ vertrauen, das sich von einigen Hinweisen zur Art des Spiels leiten lässt sowie von den wenigen Angaben (auf den allermeisten Spieleverpackungen), ab welchem Alter und zu wievielt ein Spiel gespielt werden kann. Lassen Sie sich daher im Fachhandel die Spiele zeigen, lassen Sie sich erklären, was die Spielidee ist . Oft bekommt man erst ein Gespür, ob das Spiel für die Person geeignet ist, der es zugedacht ist, wenn man es von innen sieht. Lassen Sie sich auch nicht nur von der Schönheit eines Spieles beeindrucken, sondern blättern Sie dessen Regel durch. Manche originelle und schöne Spiele brauchen viel Zeit, sich zunächst durch eine längere und für ungeübte Spieler nicht immer leicht verständliche Anleitung durchzukämpfen: Solche Spiele sind für Ungeduldige nichts, die sofort und ohne langes Regel-Lesen ans Werk gehen wollen.Denken Sie auch daran: Ein Spiel zu schenken wird erst dann ein wirklich rundes Geschenk, wenn man auch selbst mitspielt. Am besten wäre es, wenn der Schenkende das Spiel schon kennt und erklären kann. Dann kann sofort ohne grosses und meist nervöses Regelstudium ins Spiel eingestiegen werden. So wird auch vermieden, dass etwas komplexere Spiele vor dem ersten Spiel schon im Abseits landen.
Kinderspiele
Auch für die Kleinen gibt es viele schöne und gute Spiele. Etwa Mix vom Verlag Schmidt-Spiele mit einer Memory-Ähnlichkeit Die Spieler sollten möglichst viele Farbendrillinge von den neun Schuhattrappen sammeln. Das Verflixte ist nur, dass diese auf ihren beiden Seiten jeweils eine andere Farbe haben. Oder zwei Versionen des Klassikers „Mensch ärgere Dich nicht“, ebenfalls von Schmidt-Spiele. Die eine ist ein Kartenspiel, die andere ein Knobeln mit Würfeln. Sehr einfache Regeln lassen bei beiden den Pfeffer des bekannten Spieles schmecken: man kann sehr boshaft sein . . .Mit „Fette Bäuche“ ist Klaus Teuber, dem Siedler-Erfinder, wieder ein sehr lockeres Spiel für Kinder gelungen, erschienen bei Klee. Schweine mit unterschiedlichem Fassungsvermögen ihre gleich dicken Bäuchen werden gefüttert, bis ihr Bauch platzt. Hoffentlich passiert das den anderen . . . Die „Buddelbande“ von Goldsieber entführt in die Gartenwelt der Maulwürfe, denen fette Nahrung winkt, aber auch manche Gefahr droht. „Mama Mammut“ und das „Störrische Muli“, Klee, sowie das Affen-Wetrennen „Top Banana“, Schmidt, sind ebenfalls Spiele, die in der Tierwelt angesiedelt sind. „Buchstabe für Buchstabe“, Schmidt, dagegen will zum spielenden Lernen verhelfen. Und bei „Kiara, Kovu, Rafiki“ von Schmidt begegnen die Kinder den Figuren aus dem „König der Löwen“.
Spiel, Verlag , Autor, Preis, Spieler-Anzahl, Spieler-Alter, Regel Spiel-Dauer, Beschreibung Big City, Goldsieber, F. B. Delonge, 399,–, 2 - 5, Erw. komplt, 75, toll, eine Stadt entsteht Bunt Herum, Amigo, R. Staupe, 118,–, 2-5, ab 6, einfach, 20, ähnl. wie Speed, Karten, Stress Cheops, Hans im Glück, K. Paal, 328,–, 2-5, ab 9, einfach, 30-45, originelles Legespiel China Town, Ravensburger, K. Hartwig, 400,–, 3-5, ab 12 einfach, 60, Geschäfte im Stadtviertel Colorado Country, Schmidt, 398,–, 2-8, ab 10, einfach 60 Abenteurer beanspruchen Land Diabolo Klee, R. Knizia 118,–, 2-6, ab 10, einfach, 20 Karten, Wörterspiel, Geschw. Druidenwalzer, Kosmos, M. Rieneck, 248,–, 2 ab 12, ausf,. 30-40 Taktik, Karten Feuer & Wasser, Klee, Winslow 118,–, 2, ab 10, einfach, 15-20, Taktik, Steine ziehen Giganten, Kosmos, W. Manz 450,–, 3-4, ab 10, mittel, 60-90, Öl fördern und raffinieren Kahuna, Kosmos G. Cornett 248,–, 2 ab 10 einfach ,30-40, Strategie, Karten, vielschichtig Kap Hoorn, Kosmos, Th. Gimmler, 298,–, 3-5 ab 12, einfach, 45-60, Schiffrennen mit Windkarten Klunker, Hans im Glück, Rosenberg, 98,–, 3-5 ab 10, mittel, 30, Kartenspiel, auslegen, kaufen Kontor, Goldsieber, M. Schacht, 199,–, 2 u. 4, ab 12, kompl., 30-60, Legespiel mit Kärtchen, Taktik Krieg und Frieden, Kosmos TM, G. Mulder, 478,– 2-4 ab 12, mittel ,90, gr. Spielplan, viele Aktionen Ligretto, Rosengarten , 118,–, 2-4, ab 6, einfach, 2, Karten, schnell ablegen Lost Cities, Kosmos R. Knizia, 198,– 2, ab 10, einfach ,20-40, Karten, legen, wetten, hasard. Mamma Mia, Abacus, U. Rosenberg, 98,–, 2-5 ab 10, einfach, 30, Kartenspiel um Pizzabeläge Money, Goldsieber, R. Knizia, 79,–, 3-5, ab 10 orig., 20-30, Geld-Karten, legen, tauschen Newsmaker, Rosengarten, 135,–, 2-6, ab 8, mittel, 5, Kartenspiel, Zeitungshektik Obalistig,Rosengarten , 70,-, 2-5 ab 3, leicht, 3, Karten mit Symbolen ähneln sich, gleiche rasch finden Pacal, Klee, G. Burkhardt, 118,-, 2,, ab 12, einfach, 15, orig. Legespiel, Zahlen-Reihen Pi mal Daumen, Kosmos, G. Rejchtman, 478,– 3-6, ab 12, einfach ,60-90 was man nicht weiß, muß man kombinieren Rasende Roboter, Hans im Glück, Klaus Teuber, 298,–, viele, ab 10, einfach ... Strategie, optimal ziehen Die Siedler Kosmos, Teuber, 168,–, 3-4 ab 12, einfach 90, tolle Ergänzung zu Grundspiel Historische Szenen Cheops , Pyramidenbau in Ägypten Alexander der Große , Der Feldherr auf Eroberung Speed, Adlung, R. Staupe, 78,–, 2, ab 8, einfach, 3-5, Karten geschwind ablegen Ta Yü, Kosmos, N. Neuwahl, 698,–, 2-3, ab 10 leicht 45-60, schönes Lege-Strategiespiel Tikal, Ravensburger, M. Kiesling, 510,–, 2-4, ab 10, einfach, 90 Expedition im Urwald W. Kramer, Variante, versunkene Stätten freilegen Titanic, Adlung, B. Naegele 78,–, 2-5 ab 10 einfach ,10-20, Karten, Schiff sinkt (hoffent- lich sind die Rettungsboote nicht überbelegt) Undercover, Klee, Geni Wyss, 178,–, 2-4, ab 10, einfach, 10-15, Karten, umdrehen, punkten Union Pacific, Amigo Alan R. Moon, 380,–, 2-6, ab 12, mittel, 90 Eisenbahngesellschaften kämpfen um Einfluss Zamix, EKOS-Vertrieb Georgotas 120,– 3-8, ab 8, einfach, 15-30 Turbo-Tempo-Taktik