Die katholische Kirche stellt sich den gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Herausforderungen viel zu wenig. Dies kritisierte der Wiener Wirtschaftsprofessor Manfred Deistler in einem Referat vor dem Katholischen Akademikerverband. Die durch neue Technologien veränderten wirtschaftlichen Entwicklungen, die Globalisierung der Finanz- und Gütermärkte, die anwachsende Alterspyramide und die damit zusammenhängende Frage der Finanzierbarkeit des Sozialstaates, Arbeitslosigkeit und die weltweit längst nicht gebannte Umweltkrise erfordern, so Deistler, eine neue wirtschaftspolitische Orientierung. Dazu seien neben Sachkompetenz auch Wertfragen entscheidend. Hier müsste sich die Kirche viel stärker einbringen. In der Kirche aber fehle weitgehend die wirtschaftliche Sachkompetenz, so dass ihre Wertvorgaben meist als weltfremd und oberflächlich empfunden würden.