Jona ist eines der bekannteren Bücher aus dem Ersten Testament. Für das Verstehen ist es wichtig, Folgendes im Auge zu behalten: Das Buch Jona ist kein geschichtlicher Bericht, sondern eine Lehrerzählung. Nicht Ereignisse werden berichtet, sondern die Einsicht der Leserinnen und Leser soll durch die Erzählung gewonnen werden. Die heutige Lesung ist dem dritten Kapitel entnommen. Jona bekommt bereits zum zweiten Mal den Auftrag, nach Ninive zu gehen. Beim ersten Mal war Jona ja vor diesem Auftrag geflohen. Diesmal geht er, kündigt den Bewohnerinnen und Bewohnern das Strafgericht Gottes an – die Gründe dafür bleiben in der Erzählung offen. Ninive, die heidnische Stadt, reagiert vorbildlich: Umkehr, Buße, Fasten und Gebet – Ninive glaubt den Worten Jonas, Ninive glaubt Gott. Und Gott reut das angedrohte Unheil, Gott nimmt zurück, was er/sie zu tun angekündigt hatte.
Das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona: Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde. Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie es der Herr ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott, man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an.
Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus.
2. Lesung 1 Kor 7, 29–31
Paulus größtes Anliegen ist es, frei zu sein für Christus – dafür versucht er, die Gemeinde zu gewinnen.
Denn ich sage euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht, wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.