Die Hospizvereine, die in den letzten Jahren in OÖ entstanden sind, haben sich zum Dachverband „Hospiz OÖ“ zusammengeschlossen. Zum Vorsitzenden wurde in der konstituierenden Sitzung am 1. Jänner 2000 Dr. Harald Retschitzegger, Leiter der Palliativstation am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried (Hospiz St. Vinzenz), gewählt. Die frühere „Hospizbewegung OÖ“ heißt jetzt „Hospiz Linz und Umgebung“.Der Dachverband, übrigens der erste Landesverband in Österreich, soll dazu beitragen, die Tätigkeit der verschiedenen Hospizvereine zu koordinieren. Ein gemeinsames Bildungsangebot soll eine gute, überregionale Qualität garantieren. Retschitzegger sieht aber auch eine politische Dimension des Dachverbandes: „Wir möchten mit der Arbeit erreichen, dass Sterben ein gesellschaftliches und sozialpolitisches Thema wird.“ Die Palliativmedizin (schmerzlindernde Medizin) sollte Bestandteil des Gesundheitssystems werden. „Noch immer ist es möglich, ein Medizinstudium zu absolvieren, ohne sich mit Palliativmedizin auseinandersetzen zu müssen“, so Retschitzegger. Wie groß das Interesse an der Hospizbewegung ist, beweist die Teilnahme an den Ausbildungsmöglichkeiten: Seit 1994 wurden 14 Kurse veranstaltet, aufbauend gibt es einen einjährigen Lehrgang. Mittlerweile werden sechs Grundkurse im Jahr durchgeführt, insgesamt haben 120 Personen an einem Lehrgang teilgenommen. Die Nachfrage ist aber weitaus größer.