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Warum das Auto im Lepradorf Alois heißt

Ein Pensionist kämpft gegen Lepra
Ausgabe: 2000/04, Lepra, Alois, Haidvogel, Hörsching, Lepradorf
25.01.2000
- Martin Kranzl-Greinecker
Diese Frauen in einem Lepradorf in Tansania haben durch die Leprahilfe neue Hoffnung bekommen. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich der Oberösterreicher Alois Haidvogel mit der Franziskanischen Gemeinschaft für Lepra-Projekte ein. Wir berichten auch über Kamillianer-Projekte in China.


Der frühere Bundesheer-Fluglehrer Alois Haidvogel unterstützt seit mehr als zwanzig Jahren mit der Franziskanischen Gemeinschaft Lepra-Projekte in aller Welt.

Dass Alois Haidvogel (79) in Hörsching bei Linz lebt, hat eigentlich berufliche Gründe. Der im Waldviertel geborene gelernte Wagner war viele Jahre Navigationslehrer im Fliegerhorst Vogler und bildete bis 1981 Bundesheerpiloten aus. Der Vater von vier Kindern und 13fache Großvater hat sich neben dem Beruf stets im kirchlichen Bereich engagiert, als Pfarrgemeinderat und Pfarrblatt-Redakteur ebenso wie bei der Franziskanischen Gemeinschaft. In dieser Gemeinschaft (sie hieß bis zum 2. Vatikanischen Konzil „Dritter Orden des hl. Franz von Assisi“) war Haidvogel Ende der Siebzigerjahre ehrenamtlicher Nationalsekretär. Zu seinen Aufgaben gehörte die Durchführung einer Sammlung für Leprakranke, die von franziskanischen Orden in aller Welt betreut werden. Etwa 10.000,– Schilling kamen damals pro Jahr zusammen.

Zahlscheine in jedem Postamt


Alois Haidvogel nahm seine Sache ernst. 1978 begann er damit, jedes Frühjahr einen Monat lang in allen Postämtern des Landes Zahlscheine und Informationsfalter aufzulegen. Über 53 Millionen Schilling sind seither zusammengekommen, die der rührige Helfer an Lepradörfer in Asien, Afrika und Lateinamerika überwiesen hat. Unterstützt von der eigenen Familie und von Helfern aus der Pfarre (z. B. die Pfadfinder und die Firmlinge) werden alle Spender Jahr für Jahr angeschrieben. Ein guter Teil der Überweisungen kommt aus den franziskanischen Orden.

Die Auswahl und Unterstützung der Lepra-Hilfsprojekte liegt ebenfalls bei Alois Haidvogel. Bei ihm kreuzen sich Bitt- und Dankschreiben, sind Gäste aus aller Welt zu Gast. Einige Male reiste er auch zu den Projektpartnern, um die von der Franziskanischen Gemeinschaft unterstützten Lepra-Dörfer zu besuchen. In Indien und Tansania lernte Alois Haidvogel Lepra mit eigenen Augen kennen. Er erlebte die Zufriedenheit der Kranken, als Menschen angenommen und medizinisch betreut zu werden. Besonders begeistert waren die Kranken, dass die Besucher aus Europa gerade zu ihnen reisten. 1986 war die Begeisterung in Tanzania so groß, dass das nach dem Besuch für die Station angeschaffte Geländefahrzeug den Namen Alois erhielt.

Ernährung – Hygiene


Am Wichtigsten ist die Normalisierung des Lebensstils gefährdeter Menschen, zitiert Haidvogel Experten. Wo es genug zu essen und zu trinken gibt, das Leben halbwegs in Ordnung und Sicherheit verläuft und hygienisch gute Bedingungen herrschen, dort hat die Krankheit wenig Chance.
Alois Haidvogel ist nicht mehr der Jüngste, Kraft und Zeit werden immer weniger. Doch für seine Leprahilfe, für die er 1999 den Solidaritätspreis der Linzer Kirchenzeitung erhielt, ist ihm keine Arbeit zu schwer. 60 Dia-Vorträge hat er schon über die Lepradörfer gehalten. Die Bilder von den Bewohnern, die trotz ihrer Krankheit lachen, motivieren ihn jedes Mal aufs Neue.


Damian de Veuster


Am 3. Jänner jährte sich der Geburtstag des „Patrons der Leprakranken“, P. Damian de Veuster, zum 160. Mal. Mit 19 Jahren trat der gebürtige Belgier bei den „Arnsteiner Patres“ ein und meldete sich für einen Missionseinsatz auf Hawaii. Als P. Damian 1864 in Honolulu eintraf und kurz darauf zum Priester geweiht wurde, erfuhr er von der Insel Molokai, auf der Aussätzige in Isolation leben mussten. P. Damian de Veuster wollte bei diesen Menschen leben, baute Hütten für sie und spendete die Sakramente. Die Arbeit des Priesters wurde bekannt und sorgte für eine Welle der Hilfsbereitschaft ebenso wie für Probleme mit seinen Mitbrüdern. Dem eigenwilligen Pater gelang es, den Besuch des Königs auf Molokai zu erreichen und so Aufmerksamkeit zu erregen. Zwölf Jahre später war Damian de Veuster selbst an Lepra erkrankt. Er starb am 15. April 1889. – Papst Johannes Paul II. sprach den „Priester der Verbannten“ 1995 selig. Mahatma Ghandi hatte ihn 1945 als „Helden von Format“ bezeichnet, für Mutter Teresa war er ein Vorbild in der Liebe.

Eine aktuelle Broschüre über Damian de Veuster ist kostenlos erhältlich bei: P. Dr. Karl Salesny, Studienheim, 2442 Unterwaltersdorf, Tel. 02254/72313-24 (Spende an den Lepra-Fonds erbeten).
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