Nicht selten haben Kinder bald nach der Trennung der Eltern keinen Kontakt mehr zum Vater. Wenn es ihnen auch noch schwer gemacht wird, resignieren solche Väter schnell – aber nicht aus Bequemlichkeit, wie man glauben würde. Sie resignieren aus tiefer Scham, weil sie die Trennung als persönliches Versagen sehen und sich gerade gegenüber den Kindern schlecht vorkommen. Daran wollen sie nicht immer erinnert werden. Daneben gibt es zunehmend Scheidungsväter, die sich um die Kinder kümmern würden, aber oft mit Tricks und manchmal auch staatlicher Unterstützung daran gehindert und zu reinen Zahlvätern degradiert werden. Das gehörte Argument: Wenn er sich bisher nicht darum gekümmert habe, brauche er es jetzt auch nicht, hilft den betroffenen Kindern am allerwenigsten. Wir müssen alles tun, damit sich die Spirale der fehlenden Väter nicht weiterdreht. Da hinkt unsere staatliche Praxis immer noch nach. Scheidung und Trennung sind eine Realität, die wir aber so gestalten müssen, dass die Rechte der Kinder und die Pflichten für die Kinder von beiden Elternteilen her gewahrt bleiben. Es muss uns klar sein, dass nur eine Partnerschaft, nie aber eine Elternschaft geschieden werden kann. Mann und Frau bleiben vom Zeitpunkt der Zeugung an Vater und Mutter bis an ihr Lebensende, ganz egal, was zwischen den beiden auch sein mag. Das ist nicht immer bequem, aber es ist eine Tatsache und es rächt sich, wenn wir sie ignorieren, denn ohne Väter geht es nicht.