Ausgabe: 2000/05, FPÖ, Friesl, Finger, Dialogkultur, Politik
01.02.2000
- Hans Baumgartner
„Es ist weder Jubel noch Weltuntergangsstimmung angesagt. Dass die politischen Karten neu gemischt werden, kann auch eine Chance sein, dass die Menschen sich wieder mehr für Politik interessieren und nicht bloß von der Loge aus beobachten, was die Parteien machen“, meint KA-Präsident Christian Friesl.Der Sozialforscher und Theologe Friesl ist dagegen, die FPÖ zu „dämonisieren“. Es wäre demokratiepolitisch falsch, den Zuspruch von über einer Million Wähler einfach als Irrtum abzutun. Die Katholische Aktion werde aber, so Friesl, aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit sehr genau schauen, was diese Regierung vorhat und zusammenbringt. „Dabei geht es nicht nur um die Frage der Finanzierbarkeit des Landes, die in den letzten Wochen ganz im Vordergrund stand. Es muss in diesem Land auch wieder um die Fragen des Zusammenlebens, der Menschlichkeit, der Rücksichtnahme und Hilfe für sozial Schwache und der sozialen Gerechtigkeit gehen.“ Ein Prüfstein für diese Regierung sei sicherlich, wie sie mit den Forderungen für eine neue Ausländerpolitik (Antidiskriminierungsgesetz, Integration etc.) umgehe.Eine schwarz-blaue Regierung werde, so Friesl, sicherlich zu mehr politischer Auseinandersetzung führen. Das müsse aber nicht negativ sein, wenn es eine entspre-chende politische Dialogkultur gebe. Das könne auch eine Chance sein, dass sich gesellschaftliche Gruppen wieder stärker in die Politik einbringen.
„Es ist nur zu hoffen, dass keine unheilige Allianz zwischen den ,Österreich zuerst’-Ausgrenzern der FPÖ und den schwarzen Sozialschmarotzer-Zwischenrufern kommt.“Christian Friesl, Präsident der Katholischen Aktion.