Fähigkeiten, denen im Leistungsdenken sonst wenig Platz eingeräumt wird, werden am Gymnasium der Kreuzschwestern in Linz besonders gefördert: Kunst und soziales Gespür.
Für Sarah Rossmann war es eine spannende Sache, als sie mit Mitschülerinnen im Altenheim der alten Frau gegenübersaß. Schülerinnen interviewten alte Menschen in Heimen über ihr Leben. Was sie gehört und erlebt haben, wird zum Ausgangsmaterial der weiteren künstlerischen Umsetzung, gemeinsam mit dem, was sie zum Spannungsfeld „Jung und Alt“ sonst zusammengetragen haben, auf Dachböden, bei Flohmärkten – und eben dort, wo alte Menschen wohnen. Bis Ende März werden die 18 Schülerinnen, betreut von ihren Kunsterzieherinnen Mag. Sr. Margret Scheurecker und Mag. Sabina Eisner, das Gesammelte in Fotomontagen, Tanzspiele und Textcollagen umsetzen, um das Ergebnis in einer Ausstellung zu zeigen.18 Schülerinnen mehrerer Schulstufen haben trotz eines ohnehin strapaziösen Schul-Alltags freiwillig mitgemacht.Wie an der Kreuzschwesternschule Kunst und soziale Erfahrungen miteinander verknüpft werden, sollen auch die technischen und wirtschaftlichen Talente der Schülerinnen entfaltet werden. So läuft ein Schulversuch mit wirtschafts- und sozialpraktischem Schwerpunkt an der Schule. Das Gymnasium der Kreuzschwestern ist eine reine Mädchenschule. Für die Direktorin der Schule, Mag. Beatrix Unger, zeigt sich, dass gerade die technischen und wirtschaftlichen Talente der Schülerinnen unter diesen Bedingungen besser zum Tragen kommen. Damit die Schülerinnen unter möglichst realistischen Bedingungen ihre Berufswünsche abklären können, gehören mehrtägige Schnuppertage in sozialen Einrichtungen zum Programm. Im Herbst 1999 waren das soziale Einrichtungen, von Kindergärten bis zu Altenheimen und zum Jugend-Rot-Kreuz. In der dritten Februarwoche werden sie in Wirtschaftsbetrieben schnuppern. Eines der Hauptziele der Schule: Allgemeinbildung soll mit den Bedürfnissen einer modernen Zukunftsgesellschaft verknüpft werden.